Streit um Sportrechte
Swisscom wehrt sich gegen Megabusse
Swisscom klagt gegen die 72 Millionen Bussen im Pay-TV-Verfahren. Vor einem Monat hat das Bundesverwaltungsgericht die Bussen der Weko gegen Swisscom im Sportrechtestreit bestätigt.
Gepostet: 20:33 Uhr
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Aktualisiert: vor 19 Minuten
Vor einem Monat bestätigte das Bundesverwaltungsgericht die Busse von 71,8 Millionen Franken, die die Eidgenössische Wettbewerbskommission (WEKO) 2016 im Sportrechtestreit gegen Swisscom verhängt hatte.
Konkret richtete sich die Busse gegen Swisscom und ihre Tochtergesellschaft Cinetrade (heute Blue Entertainment) wegen Missbrauchs ihrer marktbeherrschenden Stellung bei der Live-Übertragung von Fussballspielen und Schweizer Eishockey im Pay-TV.
Nur reduziertes Sportangebot
Als Grund wurde genannt, dass Swisscom einigen Konkurrenten jegliches Angebot, Live-Sport auf ihrer Plattform zu übertragen, abgelehnt und anderen nur ein reduziertes Sportangebot gewährt habe. Die Strafe umfasste den Zeitraum von 2002 bis 2012.
Swisscom hatte bereits vor einem Monat angekündigt, das Urteil vorzuziehen. Der Telekommunikationskonzern gab vor einem Monat bekannt, dass Swisscom und Blue Entertainment nach wie vor davon überzeugt sind, bei der Vermarktung von Sportinhalten legal gehandelt zu haben.
Die hohen Investitionen von Swisscom und Cinetrade in den Jahren 2002 bis 2012 hätten ein leicht erweitertes Sportangebot für die Verbreitung über die Swisscom TV-Plattform gerechtfertigt. Nur so konnten damals Investitionen ausreichend geschützt werden.
Kleinere TV-Anbieter profitieren
Das Problem besteht aktuell nicht mehr. Aktuell erhalten alle TV-Kunden alle Sportinhalte von Swisscom und Sunrise UPC. Davon profitieren auch kleinere TV-Anbieter; Swisscom erklärte daraufhin, dass sie die Sportinhalte von den beiden grossen Telekommunikationsunternehmen beziehen könne.
Konkurrent Sunrise UPC prüft noch eine zivilrechtliche Schadensersatzklage: «Wir analysieren die Situation», sagte eine Sprecherin auf Anfrage. (pbe / SDA)