BERLIN (dpa-AFX) – Einer dänischen Studie zufolge erhöht eine Kroneninfektion das Risiko einer Alzheimer-Diagnose in den nächsten zwölf Monaten deutlich. In der Zeitschrift Frontiers in Neurology schreiben Pardis Zarifkar und sein Team, dass Alzheimer 3,5-mal häufiger bei Infizierten diagnostiziert wurde als bei Nicht-Infizierten. Zwei deutsche Experten weisen jedoch darauf hin, dass die Kroneninfektion aus ihrer Sicht in den untersuchten Fällen keine Alzheimer-Erkrankung ausgelöst, sondern nur Symptome einer bestehenden Erkrankung offenbart habe. Andere Medien hatten zuvor über die Studie berichtet.
Das Zarifkar-Team am Kopenhagener Universitätsklinikum hat dänische Gesundheitsdaten ausgewertet und die Häufigkeit verglichen, mit der bestimmte neurodegenerative Erkrankungen bei Menschen mit und ohne Kroneninfektion über einen Zeitraum von einem Jahr auftraten. Sie fanden einen ähnlichen Zusammenhang wie bei Alzheimer, zum Beispiel bei Parkinson und Schlaganfall. Die Forscher weisen jedoch darauf hin, dass bei den meisten untersuchten Krankheiten, einschließlich Alzheimer, die Wirkung nicht größer war als nach einer Grippe oder einer bakteriellen Lungenentzündung.
Seit langem ist bekannt, dass diese Atemwegserkrankungen Entzündungsreaktionen hervorrufen, die die schädigende Wirkung auf Nervenzellen im Gehirn verstärken können, wie Anja Schneider, Leiterin der Forschungsgruppe am Deutschen Krankheitszentrum, der Deutschen Presse für Neurodegenerative (DZNE) in Bonn sagte . Agentur. Das in der Studie gezeigte erhöhte Diagnoserisiko könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Schädigung von Nervenzellen durch eine kronenbedingte Entzündungsreaktion beschleunigt wird und Symptome schneller sichtbarer werden.
Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), sagte der dpa, aus der Studie könne nicht abgeleitet werden, dass eine Person nach einer Kroneninfektion ein höheres Risiko habe, später an Alzheimer zu erkranken. Es hat sich lediglich gezeigt, dass nach einer Infektion häufiger Symptome diagnostiziert werden. Er weist darauf hin, dass auch äußere Faktoren – etwa der Verlust des familiären Umfelds, weil man in eine Klinik muss – eine bestehende Alzheimer-Erkrankung symptomatisch machen können.
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