Marcel W. Perren (Text) und Sven Thomann (Fotos)
Adrian Walther wuchs in Habstetten bei Bolligen BE in einem wahrhaft elitären Umfeld auf. Sein Vater Markus gewann 1995 mit seinem berühmten „Links-Churz“ die Bundeskrone. Und im Waltherviertel residierte einst ein königlicher König. Die Rede ist von Ruedi Hunsperger, der 1966, 1969 und 1974 den Schwinger-Thron bestieg.
Der König aller Kriegskönige starb im August 2018, zwei Monate nach seinem 72. Geburtstag. Am Tag nach seinem Gastspiel beim Glarner-Bündner am Pfingstmontag sitzt Adrian mit Hunspergers Erben im gemütlichen Speisesaal des Restaurants Rössli, das mit zahlreichen Schwinger-Motiven geschmückt ist: Ruedi Hunspergers Sohn Remo (49) stellt die 14. Krone von Walter. mit einem Glas Mineralwasser.
„Mein Papa hätte fast Angst, wenn er dich so schwingen sehen könnte“, ist Junior Hunsperger überzeugt. „Mit deinem offensiven Kampfstil entsprichst du dem Idealbild, das mein ‚Päpu‘ von einem Kämpfer hatte.“
Die besten Stoos-Schwinget-Paarungen
Mike Müllestein – Matthias Aeschbacher
Sven Schüttenberger – Michael Ledermann
Christian Schuler – Nick Alpiger
Roter Fankhauser – Patrick Räbmatter
Marcel Bieri – Adrian Walther
Stefan Arnold – Andreas Döbeli
Ronny Creator – Joel Strebel
Mike Müllestein – Matthias Aeschbacher
Sven Schüttenberger – Michael Ledermann
Christian Schuler – Nick Alpiger
Roter Fankhauser – Patrick Räbmatter
Marcel Bieri – Adrian Walther
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Blitzsieg über die Anwärter des Königs von Toggenburg
Das beste Talent von St. Gallen entdeckte Werner Schlegel (19, dreifacher Kranzfestsieger), der von Walther in den ersten Zug hineingetrickst wurde, dass der 20-jährige Karikaturist tatsächlich furchtlos den Sägemehlring von Whit angreift. Montag beim Clash im Glarnerland. Experten wie Remo Hunsperger sind sich daher sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis der zwei Meter große junge Mann seinen ersten Sieg beim Kranzfest feiert.
Anfang Mai wäre es fast genauso weit gewesen. Nach dem Sieg über König Christian Stucki an der Bürener Hallenschwinget qualifizierte sich Adrian für die Finalrunde gegen seinen Schwarzenburger Freund Michael Ledermann im Berner Mittelland. Dieser letzte Marsch wurde zu einem Spektakel. Obwohl Walther der Verlierer war, war er am Ende des Tages immer noch gut gelaunt. „Ledermann ist einer meiner besten Freunde. Wir haben junge Wrestler kennengelernt und heute trainieren wir sehr oft zusammen. Deshalb habe ich mich so über seinen Sieg gefreut.“
Die Verbindung mit YB
An der Rössli-Beiz hängt neben dem Erinnerungsfoto von Ruedi Hunsperger eine YB-Uhr. Das passt ziemlich gut, denn Ruedi war ein begeisterter Fan der Young Boys. Und bevor sein Sohn Remo mit 19 Jahren seine eigene Wrestling-Karriere startete und 20 Kronen gewann, durchlief er bei YB als Innenverteidiger alle Nachwuchsstufen.
Auch Adrian Walther hat zumindest indirekt eine Verbindung zum 15-fachen Schweizer Fussballmeister. „Seit letztem Jahr mache ich mein Kraft- und Konditionstraining bei Severin Schwander unter der Leitung von Tom Burri, der bereits zahlreiche Erfolge als Young Boys Physiotherapeut vorweisen kann.“
Duell gegen die Zuger Eidgenossen
Der Sohn eines Tischlermeisters verbringt derzeit viel Zeit im Leistungssport und in seiner Berufsmaturität. Für Adrià die ideale Kombination: „In der Schule habe ich nur eine mentale Herausforderung. Da ist mein Körper richtig cool fürs Swing-Training am Abend.“
Am Sonntag dürfte Walther vor allem für die Zentralschweizer Gastgeber beim Bergklassiker auf dem Stoos antreten. Im Schwung trifft er auf den Zuger Eidgenossen Marcel Bieri (27), der nach einer Oberschenkelverletzung sein erstes Saisonspiel bestreitet. Übrigens, vor 43 Jahren eroberte ein Habstetter den Stoos – Ruedi Hunsperger siegte vor seinem besten Freund Fritz Uhlmann.