– Alain Berset wehrt sich erfolgreich gegen die Mobilfunkantenne
Swisscom verzichtet auf den Bau einer Antenne im Haus des Gesundheitsministers. In dem Einwand wandte sich Berset auch gegen Strahlung.
Gepostet heute um 8:55 Uhr
Swisscom wollte in Belfaux FR eine neue Mobilfunkantenne bauen. Da erhob Nachbar Alain Berset Einspruch. Die Antenne ist jetzt nicht eingebaut, im Gegensatz zu fast allen vergleichbaren Gehäusen.
Foto: Yvain Genevay
Als Privatperson wehrte sich Bundesrat Alain Berset gegen eine neue Handyantenne unweit seines Wohnortes, und sein Einspruch wurde schnell akzeptiert: Swisscom verzichtete auf den Bau einer Antenne, die rund 180 Meter vom Berset-Haus entfernt errichtet werden musste die Gemeinde Friburg de Belfaux. Das berichtet «Blick» gestützt auf Unterlagen, die ein 5G-Gegner beim Kanton angefordert hatte.
Die Baubewilligung wurde 2018 erteilt. Geplant war eine 4G-Antenne, die Swisscom zwischenzeitlich auf 5G hätte umbauen können. Mehrere Nachbarn sind angereist, darunter Alain Berset, seine Frau, seine Mutter und ein weiteres Familienmitglied.
Alain Berset ist als Privatperson gegen eine Mobilfunkantenne und argumentiert anders als in seiner Position als Gesundheitsminister.
Foto: Peter Schneider
Berset hat sich die Mühe gemacht, einen eigenen Einspruch zu formulieren, anstatt einen bestehenden zu unterschreiben. Seine Argumente: Der Standort unweit einer Schule und Kindergärten sei unpassend, argumentierte er laut «Blick». Der Bau einer Antenne an diesem Standort wirkt sich auch auf die Landschaft aus. Und sie beschädigen die Bausubstanz des betreffenden Gebäudes.
Darüber hinaus nannte Alain Berset auch mögliche gesundheitliche Probleme. Elektromagnetische Wellen technologischen Ursprungs hätten “schädliche Auswirkungen auf Mensch und Tier”, schreibt er. Berset äußert auch die Befürchtung, dass die Emissionswerte künftig nach oben korrigiert werden könnten.
Nicht Berset, sondern der Denkmalschutz sei der Grund für den Rücktritt, sagt Swisscom.
Während Herr Berset gesundheitliche Bedenken äußert, beruhigt das von ihm geleitete Bundesamt: Elektromagnetische Strahlung könne “Körpergewebe mit sehr hoher Intensität erhitzen”, sagt er. Die Grenzwerte für Mobilfunkantennen schützen jedoch vor zu hohen Belastungen.
Wurde der Bau der Antenne aufgrund des Einspruchs des Bundesrates endgültig aufgegeben? Swisscom bestreitet dies in einer Stellungnahme: «Aufgrund einer negativen Stellungnahme des Amtes für Denkmalpflege haben wir den Standort nicht weiterverfolgt.»
Jon Mettler ist seit 2018 Wirtschaftsredaktor in der Zentralredaktion von Tamedia. Er berichtet über Telekommunikation, Digitalisierung, Tourismus und Uhrenindustrie. Er hat mehrere Journalistenpreise gewonnen, darunter den Secondary Media Award des Schweizerischen Anwaltsverbands, den European Newspaper Award und den Bedag Media Award. Mehr info@jonmettlerMathias Born ist Redakteur und Datenjournalist im Ressort Wirtschaft. Seit 2000 ist er als Journalist tätig. Mathias Born hat einen Abschluss in Medienwissenschaft und Datenjournalismus. Mehr info@thisss
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