Syrien: Ein neuer Krieg zwischen den Kurden und der Türkei naht

General Mazloum Abdi hat sich kaum hingesetzt, als er wieder aus dem Raum gerufen wird. Er entschuldigt sich. “Das sind harte Zeiten. Ich bin in zehn Minuten zurück”, sagt er. Die von Mazloum angeführten “Syrian Democratic Forces” (SDF), die große Teile Nordostsyriens kontrollieren, bereiten sich auf einen neuen Krieg vor. Der General besprach die Lage mitten in der Nacht mit der SDF-Führung. Denn der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan habe eine neue Offensive zur Errichtung einer “Sicherheitszone” entlang der türkisch-syrischen Grenze angekündigt. Dreißig Kilometer soll es auf syrisches Territorium reichen: Erdogan will syrische Flüchtlinge in seinem Land unterbringen.

Die Präsenz der SDF ist dem türkischen Staatschef seit Jahren ein Dorn im Auge. Die Truppe wird von den kurdischen “Volksverteidigungskräften” (YPG) dominiert, die dem PKK-Führer Abdullah Öcalan treu ergeben sind, der seit Jahrzehnten einen Guerillakrieg gegen Ankara führt. Kurdische Guerillas hatten aus den USA Geld und Waffen erhalten, um den “Islamischen Staat” (IS) am Boden zu bekämpfen. Sie haben sich im Krieg gegen die Dschihadisten unter hohen Kosten bewährt. Die SDF spielten eine Schlüsselrolle bei der Entfernung des terroristischen Pseudo-Kalifats von der Landkarte Syriens. Gleichzeitig sicherten Öcalan-treue Syrer ihr eigenes Reich entlang der Grenze.

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