Tankbetrug: „Wir beobachten alle Schritte der Ölkonzerne genau“

Millionen Autofahrer warten auf den Tankrabatt: Ab Mittwoch, 1. Juni, wird der Sprit deutlich günstiger!

Aber es besteht große Sorge, dass Ölmultis den Rabatt nicht weitergeben, sondern ihre Taschen füllen werden.

Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt (61) verspricht im BILD-Interview, Konzerne und Tankstellenbetreiber genau zu beobachten.

BILD: Herr Mundt, am Mittwoch startet der Tankrabatt. Können Sie garantieren, dass ein Liter Benzin 35 Cent billiger wird und ein Liter Diesel 17 Cent mehr?

Mundt: „Mineralkonzerne sind gesetzlich nicht verpflichtet, Steuersenkungen einzeln weiterzugeben. Das Bundeskartellamt kann keine Benzinpreise festlegen. Unsere Möglichkeiten sind begrenzt. Wir sind Wettbewerbsbehörde, keine Preisbehörde.“ .

Bedeutet dies, dass Ölmultis den Rabatt selbst einstreichen können?

Mundt: „Wir werden unser Bestes geben, damit sich niemand täuschen lässt. Wir verfolgen die Preisentwicklung aktuell noch intensiver als sonst und werden dies auch in den kommenden Monaten tun. Es kommt schließlich nicht darauf an, was passiert.“ .’1. Juni, hängt aber auch davon ab, ob der Tankrabatt in den Folgemonaten gewährt wird.’

Halten Sie niedrigere Mineralölsteuern für sinnvoll?

Mundt: „Die Spritpreise sind stark gestiegen und für viele Menschen in Deutschland ist es entscheidend, wie viel Geld bis Ende des Monats noch im Portfolio ist. Für manche Autofahrer ist die Steuersenkung wirklich notwendig.“

Werden Sie ab Juni spezielle Treibstoff-Sheriffs einsetzen?

Mundt: „Wir haben die Zahl der für die Benzinpreise zuständigen Mitarbeiter bereits erhöht. Wir betreuen jede der 14.500 Tankstellen in Deutschland. Ölkonzerne sollten das wissen: Wir beobachten jeden Schritt sehr genau. Im Interesse der Motorradfahrer werden wir bei den Preisen für größtmögliche Transparenz sorgen“.

Was sind die Strafen für Ölmultis für illegale Preisgestaltung?

Mundt: „Das kommt ganz auf den Einzelfall an. Aber jetzt soll der Panzerrabatt starten.“

Experten beklagen, dass Benzin bereits viel teurer ist als nötig und Autofahrer betrogen werden. Warum kommst du nicht rein?

Mundt: „Seit Anfang Mai steigen die Benzinpreise wieder. Bisher konnten wir jedoch keine verbotenen Absprachen feststellen.“

Wie groß ist das Risiko, dass der Preisschock beispielsweise zu neuen illegalen Preisabsprachen und Handelskartellen führt?

Mundt: „Das kann man nicht sagen, aber es ist klar, dass ein gewisses Risiko besteht, dass Unternehmen versuchen, ihre gestiegenen Kosten über Vereinbarungen weiterzugeben.“

Haben Sie konkrete Informationen?

Mundt: „Nein. Aber wir schauen überall genau hin. Niemand soll sich sicher fühlen.“

Hat der Kartellamtsleiter schon mal ein verbotenes Kartell entdeckt?

Mundt: „Ich werde sehr bewusst einkaufen, ich schaue mir alle Preise genau an. Einmal, als ich mit meiner Familie im Urlaub war, mussten wir einen Tag länger im Hotel bleiben als erwartet. Wir haben das Hotel über eine Buchungsplattform gebucht. Das Hotel verlangte mehr Geld für die Verlängerungsnacht, weil der Bahnsteig vorgeschrieben hatte, dass sie die Zimmer im Haus teurer anbieten als auf dem Bahnsteig. Das Bundeskartellamt ist dieser Praxis nachgegangen. Die Folge waren jahrelange Verfahren gegen Plattformen wie Booking, die wir schließlich vor dem Bundesgerichtshof gewonnen haben. Seitdem haben die Hotelbesitzer die Macht zurückerlangt, ihre eigenen Preise festzulegen.

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