“Technik hat sich weiterentwickelt”: Gesamtmetall-Chef denkt über den Bau neuer Atomkraftwerke nach

„Die Technik hat sich weiterentwickelt“ Der Gesamtmetall-Chef plant den Bau neuer Kernkraftwerke

31.7.2022 08:46

Forderungen nach Verlängerung der Nutzungsdauer von Kernkraftwerken werden immer lauter. Der Vollmetall-Wolf President geht noch einen Schritt weiter. Die Grüne Jugend hingegen schließt im Gegensatz zur Mehrheit der grünen Wähler längere Amtszeiten kategorisch aus.

Der Präsident der Gesamtmetall-Arbeitgeber, Stefan Wolf, hat sich für den Weiterbetrieb der drei noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke in Deutschland und eine Debatte über den Bau neuer Reaktoren ausgesprochen. „Ich halte es für absolut notwendig, dass Atomkraftwerke länger laufen“, sagte Wolf der Zeitung der Funke Mediengruppe. Eine verlängerte Lebensdauer der drei noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke könnte die Stromerzeugung aus Gas erheblich reduzieren und dazu beitragen, die Energieversorgung sicherzustellen, wenn Gas nicht mehr verfügbar ist.

„Aber wir müssen auch über den Bau neuer Atomkraftwerke diskutieren“, so Wolf weiter. “Derzeit werden weltweit 50 neue Kernkraftwerke gebaut und die Technologie ist fortgeschritten. Die EU hat die Kernenergie gerade erst als grüne Energie gekennzeichnet.”

Wolf bezieht sich auf die sogenannte Taxonomie. Anfang Juli hat die EU eine Art Katalog klimafreundlicher Investitionen auf den Weg gebracht. In diesem Zusammenhang gilt es ab Januar 2023 auch als klimafreundlich, Geld in bestimmte Gas- und Atomkraftwerke zu investieren. Umweltschützer finden das falsch. Derzeit sind in Deutschland noch drei Kernkraftwerke am Netz: Emsland in Niedersachsen, Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg. Laut Gesetz sollten sie bis Ende 2022 abgeschaltet sein.

Die Präsidentin der Grünen Jugend, Sarah-Lee Heinrich, wies die verlängerten Fristen beim Deutschen Redaktionsnetzwerk zurück: „Wir können das Mandat nicht verlängern. Und eine Mandatsverlängerung ist das, was über den Streckvorgang hinausgeht.“ Es ist unnötig und teuer. „Und Atomkraft ist eine Hochrisikotechnologie. Was wir brauchen, ist der Ausbau der erneuerbaren Energien.“

54 Prozent der Grünen-Wähler für eine Verlängerung des Mandats

Eine Mehrheit der Wähler der Grünen befürwortet laut einer Umfrage eine Verlängerung der Laufzeit der verbleibenden Atomkraftwerke in Deutschland. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für die „Bild“-Zeitung sprechen sich 54 Prozent für eine Verlängerung aus, um die Energieversorgung unabhängiger von russischem Gas zu machen. 38 Prozent der Grünen-Wähler waren gegen eine Weiterführung. In der Gesamtbevölkerung sind 70 % für die Erweiterung, 20 % dagegen und 10 % unentschlossen.

Aufgrund der durch den russischen Angriffskrieg ausgelösten Energiekrise ist erneut die Rede davon, Deutschlands Atomkraftwerke noch einige Monate im sogenannten Stretched Mode laufen zu lassen. Das fordern zum Beispiel FDP-Politiker, und auch manche Grünen-Politiker schließen es nicht aus. Letztere beziehen sich allerdings auf einen neuen Stresstest für Lebensmittel, den Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bei den Grünen in Auftrag gegeben hat. Der Chef der CSU-Landesgruppe, Alexander Dobrindt, hatte am Samstag längere Amtszeiten von mehreren Jahren möglich gemacht. Allerdings wird seit langem über die Wiederinbetriebnahme bereits stillgelegter Kernkraftwerke diskutiert.

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