Für den Einbau werden 100.000 Euro zur Verfügung gestellt. Damit soll der öffentliche Raum zu einem Lernort gegen Antisemitismus werden und zum Nachdenken anregen. „Kunst hat eine Kraft, an die ich glaube“, sagte Kaup-Hasler und begründete die Entscheidung, eine Installation zusammenzustellen und nicht nur eine Tafel mit Text hinzuzufügen. Es wird jedoch Hilfestellung geben, um das temporäre Projekt zu erklären. Kunst könne den Bewusstseinsprozess ankurbeln, Kontroversen aufzeigen und die Erinnerungskultur dauerhaft pflegen, erklärte die Kulturstadträtin. Ziel ist es, eine Debatte über den Umgang der Gesellschaft mit ihrer Vergangenheit anzustoßen und die Potenziale des öffentlichen Raums zu präsentieren
Kaup-Hasler sprach sich ausdrücklich gegen eine von verschiedenen Branchen immer wieder geforderte Umbenennung des Lueger-Platzes oder die Entfernung der Bronzestatue aus. „Verschwindet das Denkmal in einem Depot oder einem Skulpturenpark, kann nur ein kleiner Teil der Öffentlichkeit erreicht werden.“ Innenstadt-Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) stimmte zu: „Es gibt Licht- und Schattenseiten der Geschichte. Und diesen Schattenseiten müssen wir uns stellen und dürfen sie nicht übersehen.“
Permanentes Denkmal, das 2023 gebaut werden soll
Abschließend findet im Herbst ein Gastwettbewerb mit 15 Künstlern zur dauerhaften Kontextualisierung statt. Veranstalter ist die stadteigene Organisation KÖR (Kunst im öffentlichen Raum). Der inhaltliche Rahmen wird derzeit von einer eigenen Kommission unter Vorsitz der Historikerin Heidemarie Uhl entwickelt. Da ist auch Oliver Rathkolb, Leiter des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien. Dem Gremium gehören auch die neue Direktorin des Jüdischen Museums Wien, Barbara Staudinger, und Mechtild Widrich (Institut für Kunstgeschichte, Universität für angewandte Kunst Wien) an.
Der beste Entwurf wird von einer internationalen Jury ausgewählt und im Frühjahr 2023 präsentiert. Ihre Mitglieder sind mit Ausnahme der Kulturschaffenden Aleida Assmann noch nicht bekannt. Im Herbst desselben Jahres wird das dauerhafte Kunstwerk errichtet. Für das Gesamtprojekt steht ein Budget von rund 500.000 Euro zur Verfügung.