Hat der Cupra-Test Verwirrung gestiftet?
Der Reisebus fuhr auf der A2 am Stau vorbei
Verwundertes Augenreiben auf der A2 Richtung Airolo TI: Ein Reisebus überholte am Freitag die stehende Autokolonne auf dem Standstreifen. Der Betreiber sagt, der Fahrer sei dazu angewiesen worden. Die Bundesstraßenverwaltung widerspricht.
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Starker Verkehr auf der A2 am vergangenen Freitag. Ein Reisebus wählt den Standstreifen und fährt verdutzten Auto- und Lkw-Fahrern davon.
Was ist denn hier los? Ein Leservideo zeigt einen Reisebus, der auf dem Standstreifen (!) mehrere Fahrzeuge überholt. Die kuriose Szene spielte sich auf der A2 zwischen Quinto und Airolo TI ab. Am vergangenen Freitag transportierte der Chauffeur seine Gäste in Richtung Südtor des Gotthards. Ein Teil der Fahrt hat über den Standstreifen geführt. Kriminelles Verhalten? Der Busunternehmer erklärt sich selbst.
„Ein erfahrener Berufskraftfahrer würde so etwas niemals ohne Anleitung machen“, sagt Guido Koch. Er ist COO der Twerenbold Reisen AG, deren Coach auf seiner Schulter saß. Was passiert ist, schildert Koch aus seiner Sicht: „An der Ausfahrt 42 hat ein Mitarbeiter der Bundesstraßenverwaltung den Fahrer darauf hingewiesen, dass er mit dem Reisebus den Standstreifen benutzen soll. Das geht – bis zur Raststätte vor dem Südportal.“ des Gotthardtunnels”.
Hat der Cupra-Test Verwirrung gestiftet?
Das Bundesamt für Straßen will mit dieser Meldung nichts zu tun haben. „Wir können definitiv ausschließen, dass einer unserer Mitarbeiter an diesem Tag diese Informationen durchsickern ließ“, schreibt Tosca Marci, Medienmanagerin von Astra, auf Anfrage.
Hinter dem kuriosen Vorfall könnte der sogenannte Cupra-Test stecken. Cupra hieß der Pannenstreifen in Richtung Gotthardpassstrasse, als dieser für den Test vom 16. Juli bis 25. September 2022 als Überholspur aktiviert wurde. Mit dem Ziel, den Verkehrsfluss zu erleichtern Die direkte Anbindung an die Gotthard-Passstrasse soll dies ermöglichen. „Während dieser Testphase war die Nutzung des Pannenstreifens erlaubt“, schreibt Astra.
“Wir haben keine Benachrichtigungen erhalten”
Das vorherige Vorwärtsmanöver fand am 30. September 2022 statt. Fünf Tage nach Ende der Testsequenz. Ist der Fahrer jetzt in Schwierigkeiten? Die Kantonspolizei Tessin weiss nichts: «Wir haben diesbezüglich keine Meldung erhalten.»
Das Fahren auf dem Standstreifen kann unterschiedliche Folgen haben, schreibt die Polizei. „Grundsätzlich wird er mit einer Busse von 140 Franken bestraft. Dann gilt es, die Geschwindigkeit, den seitlichen Abstand zu den vorausfahrenden Fahrzeugen, die Aggressivität des Manövers usw. » Wenn der Verstoß als moderat eingestuft wird, gibt es mehr Probleme. “Es könnte eine Verwarnung ausgesprochen werden und im Wiederholungsfall der Führerschein für mindestens einen Monat entzogen werden.”