TEST: Mit dem OnePlus 10 Pro 5G an der Spitze der Oberklasse?

16. Juli 2022 (Philipp Kind)

Apples jüngste Konferenz machte deutlich, dass insbesondere High-End-Smartphones zunehmend in einer Identitätskrise stecken, weil moderne Mobiltelefone die volle technische Balance bis ins Mark beherrschen und auch der Gestaltungsspielraum gering ist. Daher wird es immer schwieriger, Interessenten zum Kauf zu bewegen, zumal die Qualität der Kamera mittlerweile über jeden Zweifel erhaben ist und sich auch in unteren Preisklassen auf einem hohen Niveau bewegt. Smartphone-Brillen sind ein spannender Bereich, aber auch sehr sensibel, aber die wenigsten wollen ständig darin laufen. Bleibt also der Vorwand, sich als bester „Zehnkämpfer“ zu präsentieren. Ein Anspruch, den auch das OnePlus 10 Pro 5G hat, das rund 900 Euro kostet.

OnePlus 10 Pro 5G

In der höheren Preisklasse bietet das 10 Pro ein Full-Front-Display mit integrierter Selfie-Kamera und Fingerabdrucksensor. Lediglich ein schmaler umlaufender Rahmen trennt den Bildschirm vom Gehäuserand. Auf der Rückseite sieht der Nutzer mattblau poliertes Metall und eine sehr große vierlinsige Linse, die kaum hervorsteht. Auch arbeitstechnisch ist die Metallbox dank der geringen Abmessungen des Vakuums sehr erfolgreich. Allerdings gibt es keine IP-Zertifizierung, was in dieser Preisklasse ungewöhnlich ist. Allerdings verspricht der Hersteller, dass das Smartphone auch ohne IP-Zertifizierung wasserdicht sein soll.

Ein echtes Highlight ist das 6,7 Zoll große OLED-Display mit 120 Hz. Mit einer Auflösung von 3216×1440 Pixeln übertrifft es fast alle Smartphones. Dazu kommt eine maximale Helligkeit von 817 Kerzen pro Quadratmeter, das Gerät ist also absolut tageslichttauglich. Da auch der scharfe Kontrast und die satte Farbwiedergabe überzeugen, ist dieser Bildschirm ganz klar eine Referenzklasse, die sich auch sehr gut dafür eignet, hochauflösende Inhalte als Unterhaltung zu genießen.

Kamera auf der Rückseite

Schon der leistungsstarke Kamerablock macht deutlich, dass die Bilder auf hohem Niveau aufgenommen werden. Die Triple-Kamera besteht aus einem 48-Megapixel-Hauptobjektiv sowie einem Ultraweitwinkel- und Teleobjektiv. Der Prozessor errechnet per Pixel-Binning 12 Megapixel dieser Architektur. Für die Technik zeichnet unter anderem Hasselblad verantwortlich. Die Weitwinkeloptik ermöglicht im Pro-Modus einen Aufnahmewinkel von bis zu 150 Grad (Standard 120 Grad).

Bei Tageslicht gedreht

In einer dunklen Kellerumgebung

Weitwinkelaufnahme im Freien

Qualitativ spielt die Kamera in der obersten Liga. Gerade bei Tageslicht sind selbst Schnappschüsse aus der Hüfte sehr detailreich und farbstark. Besonders positiv: Der Qualitätsabfall bei Dämmerung hält sich in Grenzen, was auch daran liegt, dass die Kamera sehr lichtempfindlich ist. Bei der Ausstattung gibt es alle Extras wie Langzeitbelichtung, Dual View oder Tilt-Shift-Videos.

Auch die 32,3-Megapixel-Frontkamera macht einen guten Job, aber einen optischen Bildstabilisator gibt es nicht. Sie können sogar Videos mit einer 8K-Auflösung bei 24 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Schnellere 60 Bilder pro Sekunde in 4K oder FullHD werden empfohlen. In Zeitlupe zeichnet das 10 Pro 480 fps in HD bzw. 240 fps in Full HD auf.

Seitenansicht

Der interne Speicherplatz von 256 GB ist reichlich, kann aber nicht mit einer microSD-Karte erweitert werden. Es ist nur ein Doppelbetrieb möglich. In puncto Konnektivität bietet es das komplette und hochmoderne Programm: 5G, Wifi 6 (802.11 n, ac, ax), Bluetooth 5.2, NFC und schnelles LTE bis 2.500 Mbit/s.

Es gibt auch eine günstigere Version des OnePlus 10 Pro mit 8 GB RAM und 128 GB internem Speicher für etwa 899 Euro.

Android 12 ist vorinstalliert

Bewerbungsschublade

Das mit Android 12 ausgestattete Smartphone steckt voller spezieller Bedienhilfen. Das Dropdown-Menü auf der rechten Seite mit dem Namen “Regal” ist sehr praktisch. Hier hat der Nutzer Zugriff auf eine Vielzahl von Anwendungen wie Zeit oder Schrittzähler. Es ist auch möglich, eigene Widgets zu installieren. Ebenfalls praktisch: Sie können häufig genutzte Funktionen direkt nach dem Entsperren zuweisen. Weitere Finessen: die intelligente „Scout“-Suche sowie zahlreiche Gesten- und Bewegungssteuerungen. Daher lohnt es sich, Zeit für die Anpassung aufzuwenden. Das Entsperren funktioniert wie gewohnt auf drei Arten: PIN, Gesichtserkennung und Fingertipp. Alle drei „Unlocker“ lassen sich schnell einrichten und laufen reibungslos. Alles in allem ein vorbildliches Fahrkonzept.

Für höchste Leistungsanforderungen ist das 10 Pro bestens gerüstet. Der Snapdragon 888 Prozessor und Snapdragon 8 Gen.1 garantieren in Kombination mit dem 3.000 MHz Takt und 12 GB RAM eine starke Rechenleistung unter der Haube. Ob 3D-Gaming oder komplexes Multitasking, das One Plus 10 Pro 5G bringt kaum etwas aus der Fassung.

der Rücken

Anders sieht es bei der Akkuleistung aus, denn trotz 5.000 mAh ist der Stromspender im Wachdienstbereich eher mittelmäßig. In mehreren Testzyklen bekam der Funker nur drei volle Tage; für Anno 2022 reicht das nicht. Im Gegenzug punktet der Akku im Test nonstop. Im anspruchsvollen Test des 120-Hertz-Modus schaffte das 10 Pro rund elf Stunden, was deutlich über dem Durchschnitt liegt. Der größte Vorteil ist die schnelle Ladegeschwindigkeit. Nach nur 40 Minuten ist das Handy dank 80-Watt-Schnellladenetzteil wieder zu 100 % aufgeladen. Als i-Tüpfelchen ist auch kabelloses Laden möglich.

Wie bei einem Oberklasse-Smartphone ist das OnePlus 10 Pro mit zwei Lautsprechern ober- und unterhalb des Smartphones ausgestattet. Die Lautsprecher spielen schön wuchtig und bassig und klingen auch bei hoher Lautstärke noch stabil. Durch den zusätzlichen Vibrationseffekt macht der Sound richtig Spaß. Gleiches gilt für Telefonate. Stimmen werden souverän in beide Übertragungsrichtungen übertragen und störende Nebengeräusche eliminiert.

OnePlus 10 Pro 5G

Fazit

Gute Leistung des OnePlus 10 Pro! Im Premiumbereich zwischen 900 und 1.000 Euro kann kaum ein anderes Smartphone das Wasser reichen. Einziger Schwachpunkt ist die mäßige Rufbereitschaft, die das Smartphone mit schnellen Ladezeiten ausgleicht. In allen anderen Bereichen werden (fast) Richtwerte angeboten. Zur Erinnerung: Die aktuelle Galaxy-S-Klasse kostet rund 100 Euro mehr. Sie müssen damit einverstanden sein, dass es keine offizielle IP-Zertifizierung hat und dass der Speicherplatz nicht mit microSD erweitert werden kann.

Das beste Smartphone mit fast keiner Schwäche in der Preisklasse um 1.000 Euro16.07.2022

Prüfung: Ulf SchneiderDatum: 16.07.2022

Bekanntmachung

Stichworte: One Plus • Smartphone

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