Landwirtschaft
Mit 30.928 Hektar verfügt Niederösterreich erstmals über die größte Sojaanbaufläche im Bundesländervergleich. In Österreich bauen immer mehr Landwirte Sojabohnen an, was wohl auch an den hohen Düngerpreisen liegt.
26.05.2022 12.01
Online seit gestern, 12.01 Uhr
Die Anbaufläche für Sojabohnen in Österreich wurde für die diesjährige Ernte auf 92.488 Hektar erweitert (plus 22 %), sodass der Österreichische Sojaverband mit einer zusätzlichen Erntemenge von 45.000 Tonnen rechnet. Dadurch könne „die Eiweißlücke in Österreich weiter verringert werden“, so der Verband.
In Niederösterreich bauen 4.707 Landwirte Soja an, davon 34 Prozent Biobauern. Die Anbaufläche hat sich gegenüber dem Vorjahr um 7.000 Hektar auf erstmals über 30.000 Hektar erhöht. Laut dem Österreichischen Sojaverband baut ein niederösterreichischer Landwirt auf seinen Feldern durchschnittlich 6,57 Hektar Sojabohnen an.
Soja benötigt keinen Stickstoffdünger
In Österreich bauen 14.763 Landwirte Soja an, 2.591 mehr als im Vorjahr. Im Durchschnitt hat jeder vierte Landwirt Sojabohnen in seine Fruchtfolge aufgenommen. Dass die Kultur für immer mehr Landwirte immer attraktiver wird, liegt unter anderem an den heute hohen Preisen für Düngemittel. Soja benötigt keine Stickstoffdünger. Stark nachgefragt wird auch aus dem Tierfutter- und Lebensmittelbereich.
Nach Mais, Weizen und Gerste sind Sojabohnen mittlerweile die viertgrößte Kulturpflanze in Österreich. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich feiert den Trend zum Sojaanbau. Dadurch könnte die Abhängigkeit von Futtermittelimporten verringert werden. Werksleiter Manfred Weinhappel sagte gegenüber noe.ORF.at, dass damit auch vegetarische und vegane Speisen angeboten werden könnten.
Der höchste Bio-Anteil im Burgenland
Im Vergleich der Bundesländer haben das Burgenland und Oberösterreich nach Niederösterreich die größten Anbauflächen. 85 Prozent der heimischen Sojabohnen stammen aus diesen drei Bundesländern. Im Burgenland beträgt die Anbaufläche 28.016 Hektar, mit 51 Prozent der höchste Bio-Anteil Österreichs. Oberösterreich verzeichnete erstmals mehr als 20.000 Hektar Sojaanbaufläche, der Zuwachs war mit 31 Prozent besonders stark.
In den westlichen Bundesländern ist der Sojaanbau noch nicht weit verbreitet. Nach Angaben des Österreichischen Sojaverbandes bauen in Tirol und Vorarlberg jeweils drei Landwirte auf insgesamt elf Hektar Sojabohnen an. Wien ist das einzige Bundesland, in dem die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr abgenommen hat. Nach 310 Hektar im letzten Jahr sind es in diesem Jahr 214 Hektar.