Thiem kommt auf der Schweizer Höhe immer besser zurecht, was auch für das Heimturnier nächste Woche in Kitzbühel wichtig ist. Im ersten Duell mit den Südamerikanern Varillas übernahm der Sieger der US Open 2020 von Beginn an das Kommando. Er konnte sich vor allem auf seinen Aufschlag verlassen, sorgte mit Vor- und Rückhand für Raunen in den ohnehin schon dicht besetzten Rängen und legte schließlich mit einem Break zum 2:1 den Grundstein für die Satzführung.
Nachdem Thiem Varillas zum zweiten Mal das Service zum 5:2 verwertet hatte, ist der Niederösterreicher vorübergehend in die Defensive gegangen. Neun Punkte in Folge gingen an den Gegner, beim Stand von 5:4 aus Thiems Sicht brach er aber rechtzeitig ein und servierte aus. 49 Minuten waren gespielt. Für den 26-jährigen Varillas standen die Karten schlechter, erstmals in den Top 100 der Weltrangliste und auch erstmals auf der Tour in einem Halbfinale.
Für Thiem wiederum soll das künftig wieder zur Routine werden. Diesen Ehrgeiz unterstrich der Turniersieger, der 17 Mal auf Tour gewann, im zweiten Durchgang mit einem frühen Break zum 1:0 und verdoppelte dann zum 4:1. Doch erneut zog es der Weltranglisten-115. eine Pause Doch Thiem ließ nichts anbrennen, konterte gleich das Qualifikationsmatch und beendete das Match nach 1:47 Stunden.
„Ich habe gestern gut gespielt“, sagte Thiem im „A la pista“-Interview über seinen Achtelfinalsieg gegen den Argentinier Federico Delbonis, „und ich habe es heute geschafft, durchzuhalten. Was ich nicht konnte, ist zu dienen.“ Er begründete nervös die erhaltenen Breaks, da er nach langer Zeit kurz vor dem Wiedereinzug ins Halbfinale stand. „Der Druck ist relativ hoch. Ich brauche die Punkte, um in der Tabelle nach vorne zu kommen.“
Für ihr Halbfinalduell kündigte Thiem bereits an, frei in die Partie einsteigen zu können. “Als ich (letzte Woche, Anm.) nach Baastad ging, dachte ich nicht, dass ich dort Viertelfinale und zumindest Halbfinale spielen würde. Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung.” Lob gab es auch für das Publikum. „Normalerweise kommen bei den Vormittagsspielen nur wenige Zuschauer. Es ist am Anfang ein voller Center Court, was großartig ist.”