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Im Mittelpunkt der „Arena“ standen die Initiative gegen die industrielle Landwirtschaft und das Werbeverbot für tierische Produkte. Befürworter wollen den Tierschutz stärken, Gegner warnen vor steigenden Preisen.
Autorin: Stephanie Walk
„Wenn wir Menschen Tiere halten und essen, sind wir dafür verantwortlich, dass sie tiergerecht leben können“, sagte Grünen-Nationalrätin Meret Schneider. Als Mitinitiatorin der Initiative gegen Nutztierhaltung will sie den Schutz der Tierwürde stärker in der Verfassung verankern und die industrielle Landwirtschaft verbieten.
Wird die Initiative bewilligt, sollen alle Betriebe mindestens die Tierhaltungsanforderungen von Bio Suisse erfüllen. Dies würde bedeuten, dass die höchstzulässigen Bestände durch die Haltung von Legehennen reduziert würden.
Uninteressante Bauernhöfe
Daniel Würgler, Präsident des Verbands Schweizerischer Eierproduzenten, wäre von der Initiative direkt betroffen. Würgler hat einen Betrieb mit 18.000 Legehennen. Dies ist der heute maximal zulässige Bestand. Mit der Initiative wären pro Legehennenbetrieb zwei Stopps mit jeweils maximal 2.000 Tieren erlaubt.
Ich lade alle ein, sich ein eigenes Bild von unserem Betrieb zu machen.
„Wir sollten neue Gebäude bauen, was wiederum die Weide verkleinern würde“, sagte Würgler der Arena. Von industrieller Viehhaltung können wir nicht sprechen: „Wir kümmern uns gut um unsere Tiere. Ich lade alle ein, unsere Farmen mit eigenen Augen zu sehen.“
Unter industrieller Landwirtschaft versteht man die Tierhaltung in großen Industriebetrieben, die konsequent auf Tierschutz verzichte, sagt Meret Schneider. Dazu gehörten zum Beispiel Hochleistungsrassen und Hybriden. Ein Problem ist, dass Broiler jedes Jahr ersetzt werden, obwohl sie bis zu 14 Jahre alt werden können. “Das ist ein massiver Hühnerverschleiß. Wir wollen diese Zustände nicht länger tolerieren.”
Greenpeace für ein Werbeverbot
Mike Egger hingegen ist überzeugt, dass es in der Schweiz keine industrielle Landwirtschaft gibt. Der Nationalrat und Fleischexperte der SVP weist darauf hin, dass die Schweiz eines der strengsten Tierschutzgesetze der Welt hat. Systematische Tierschutzverletzungen sind in der Schweiz bereits verboten. Vielmehr gehe es bei der Initiative darum, “der Landwirtschaft einen Spießrutenlauf zu liefern”. Sie wollen Fleisch ganz verbieten.
Nachhaltiger Wandel erfordert das Zusammenspiel von Produktion, Handel und Konsum.
Kritik am aktuellen System erreichte die “Arena” von Alexandra Gavilano, Projektleiterin von Greenpeace Schweiz. Sie prangert vor allem die Werbung für tierische Produkte an. “Es gibt viele Anzeigen, die manipulative Techniken verwenden, um zum Beispiel das Essen von Fleisch zu rechtfertigen.”
Angesichts der Klimakrise ist dies nicht nachhaltig. Daher fordert Greenpeace, dass Händler und Interessenvertreter künftig nicht mehr für tierische Produkte werben dürfen.
Fördern Sie die Vorteile von Schweizer Produkten
„Ein Werbeverbot wäre nicht der richtige Weg“, sagte Priska Wismer-Felder, Nationalrätin Die Mitte. Wichtig ist, dass durch Werbung die Unterschiede zwischen inländischer und ausländischer Produktion hervorgehoben werden können.
Der Luzerner Landwirt hat betont, dass nachhaltiger Wandel das Zusammenspiel von Produktion, Handel und Konsum erfordert. „Ich sehe vor allem den Verbraucher in der Pflicht. Landwirte produzieren, was der Verbraucher verlangt“.
Die Gäste der „Arena“ sind sich einig, dass ein bewussterer Konsum von tierischen Produkten wie Fleisch wünschenswert ist. Andererseits gibt es große Meinungsverschiedenheiten über ein mögliches Werbeverbot oder die Initiative gegen die industrielle Landwirtschaft. Über letzteres entscheidet das Schweizer Stimmvolk am 25. September.