Tirol: ÖVP-Claus wegen Hörls Sagerbahn

In der Tiroler ÖVP scheint zwei Tage vor dem Landesparteitag samt der Wahl des Präsidenten und zweieinhalb Monate vor der Landtagswahl ein Streit zwischen Bündes Spitzen ausgebrochen zu sein.

Die scheidende Präsidentin des ÖAAB, Landesrätin Beate Palfrader, und ihr voraussichtlicher Nachfolger, der Landtagsabgeordnete Dominik Mainusch, kritisierten am Donnerstag offen den Wirtschaftsverband und den Leiter der Seilbahn, einen Landtagsabgeordneten. Franz Hörl. Der Grund: Hörls neueste Aussagen zur Energieversorgung. Das geht ab.


“Er wird wissen, wie man kämpft”


Anlässlich der „Langen Nacht der Seilbahnen“ anlässlich der Eröffnung der komplett renovierten Valiserbahn in St. Gallenkirch in Vorarlberg ging der eloquente Zillertaler Hotelier auch auf das Thema Energieversorgung ein. Er sagte in seiner Rede unter anderem, dass das Montafon viel Strom liefere und trotz Energiekrise einen angemessenen Preis und Versorgungssicherheit verlange.


„Und wenn heute in Wien gefragt wird, ob Seilbahnen und Beschneiungsanlagen sicherheitsrelevante Einrichtungen sind, die auch im Herbst (wenn das Benzin ausgeht, Anm “Ich schaue nicht zu, wie das Wasser vor mir vorbeizieht und Strom für die Stadt produziert wird, und wir bleiben trocken. Dann werden wir auch wissen, wie wir uns wehren”. Er will auch den Strom nutzen, der hier ist produziert im Montafon.


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Das Video des Einsatzes vor dem Bahnhof im Tal sorgte auf Twitter für einige Aufregung und wurde so interpretiert, dass der Wintertourismus für Hörl ebenso unverzichtbar erschien wie die Lebensmittelproduktion oder Krankenhäuser. Palfrader, der bekanntermaßen nicht gerade mit Hörl befreundet ist, und Mainusch scheinen dieser Deutung zugestimmt zu haben.


Hörls Aussagen „sehr fragwürdig“


Die Aussagen seien “sehr fragwürdig”, sagten beide am Donnerstag in einer Aussendung. Wenn Hörl den Wintertourismus für so systemrelevant hält wie die Lebensmittelproduktion oder Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, dann findet er das „sehr fragwürdig“, sagt Palfrader. „Bei allem Respekt vor den Sorgen und Sorgen von Hörl: Wenn der Ernstfall eintritt, hat die Grundversorgung der Bevölkerung oberste Priorität, darüber kann nicht gesprochen oder verhandelt werden. Wer das nicht versteht oder will Verständlich ist das. Druck für wenige, aber es ist sicher keine verantwortungsvolle Politik für alle“, sagte Mainusch, der amtierende amtierende Präsident des ÖAAB in Tirol, dem Zillertaler Freund.


Hörl konterte die APA jedoch deutlicher. Derzeit würden einige Fehleinschätzungen und „vielleicht sogar bewusste Fehlinterpretationen“ genutzt, um in den Medien Aufmerksamkeit zu erregen, sagte er. Im Fall Dominik Mainusch geht es um „Profiling“, Hörl griff den Zillertaler „Landsmann“ vehement an. Außerdem legte Hörl Wert auf die Behauptung, Mainusch sei bislang nur „berufen“, Palfrader „ausgeschieden“, er „gewählt“ worden.

Hörl wollte Zusagen einfordern


„Die Versorgungssicherheit der Menschen in Österreich und die wesentlichen Infrastruktureinrichtungen des Landes haben für mich natürlich absoluten Vorrang vor jeder wirtschaftlichen Nutzung“, stellte Hörl klar. Er verwies in seiner Rede lediglich auf die zunehmende Diskussion um Versorgungssicherheit und wolle „dieses Versprechen zumindest für diese Regionen einfordern“. Denn im Montafon wie im Zillertal wird viel Strom erzeugt, im Zillertal siebenmal so viel verbraucht. In beiden Tälern wurden ihnen stets günstige Strompreise und Versorgungssicherheit versprochen. Dieses Versprechen wolle er einlösen, so der Nationalrat und Präsident des Seilbahnverbandes der Wirtschaftskammer.

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