Todesstrafe für Kriegsgefangene in Donezk

Zwei Briten und ein Marokkaner, die an der Seite der Ukraine kämpften und gefangen genommen wurden, sind laut der russischen Nachrichtenagentur RIA von einem Gericht in der prorussischen Separatistenregion Donezk zum Tode verurteilt worden. Die drei Männer kündigten nach Angaben der russischen Agentur TASS Berufung gegen das Urteil des “Obersten Gerichts” der Rebellen an.

Online ab heute, 6.55 Uhr

Armin Sattler (Text), Akos Heves (Bild), Viviane Koth (Grafik), Florian Zischka (Video), Daniela Illich (Redaktion), alle ORF.at/Agentur

Das britische Außenministerium hatte zuvor erklärt, Gefangene würden für politische Zwecke eingesetzt. Berichten zufolge werden sie beschuldigt, Söldner zu sein. Die Familien der britischen Männer behaupten jedoch, Teil der ukrainischen Armee gewesen zu sein.

Die beiden britischen Männer dienen laut BBC in den ukrainischen Streitkräften, und das Vereinigte Königreich hat klargestellt, dass sie Anspruch auf Immunität als Kriegsgefangene haben und nicht wegen ihrer Beteiligung an Feindseligkeiten angeklagt werden sollten.

In Siewerodonezk wird weiter gekämpft

Ukrainischen Quellen zufolge nutzen Hunderte von Zivilisten die Luftschutzbunker des Chemiewerks Asot. Nach Angaben des Gouverneurs von Luhansk, Serhiy Gajdaj, wurden vier Menschen getötet, als die Fabrik bombardiert wurde. Ihm zufolge kontrolliert die russische Armee jetzt den größten Teil der Stadt. Ukrainische Kämpfer könnten das Industriegebiet noch halten.

Ukrainische Streitkräfte könnten die Stadt „aufräumen“, sobald sie Langstreckenartillerie erhält. Auch ein ukrainischer Kommandant beklagte den Mangel an Artillerie. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Schlacht um Siewjerodonezk zuvor als “wegweisend” für die Ostukraine bezeichnet. “In vielerlei Hinsicht wird sich dort das Schicksal unseres Donbass entscheiden.”

Kiew erwartet EU-Kandidatenstatus

Selenskyjs Sonderbeauftragter für die Perspektiven einer EU-Mitgliedschaft zeigte sich nach Gesprächen in Berlin zuversichtlich, dass sein Land den Kandidatenstatus für die Europäische Union erhalten werde. Sollte die EU-Kommission nächste Woche eine entsprechende Empfehlung aussprechen, würden sich die 27 Mitgliedsstaaten voraussichtlich auf dem Gipfel am 23./24. Juni in Brüssel einigen, sagte Regionalentwicklungsminister Oleksiy Tschernyschow.

Debatte: Was könnte Russland zum Frieden bringen?

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine dauert mehr als drei Monate an. Erste Friedensgespräche wurden eingefroren. Wie sollte der Westen bisher reagieren? Was sind die aktuellen Möglichkeiten der Diplomatie? Was könnte Russland zum Frieden führen?

Sprechen Sie mit debatte.ORF.at!

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *