Uzwil
Nach Karfreitags-Crash: Strafverfahren gegen Fahrer: Offen bleibt die Frage, ob die Co-Piloten Tiktok-Videos aufgenommen haben
Der tödliche Unfall in der Nacht zum Karfreitag auf dem Parkplatz Töbeli in Niederuzwil hat Folgen für den Fahrer des verletzten Autos: Gegen den 20-Jährigen wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Die 16-jährige Beifahrerin überlebte den Unfall schwer verletzt.
Beim Unfall auf dem Parkplatz Töbeli in Uzwil sind drei Jugendliche ums Leben gekommen. Der Fahrer und ein 16-jähriger Beifahrer überlebten.
Bild: Kantonspolizei St. Gallen
Es waren Schreckensbilder, die Einsatzkräfte kurz vor Mitternacht auf dem Parkplatz vor dem Gebäude des Gymnasiums Uzwil Uzeschuel zeigten. Und was passiert ist, wirkt sich auf die Zukunft aus. Auf tragischste Weise in den Familien der 19- und 22-jährigen Brüder aus einem Nachbardorf und eines weiteren 22-Jährigen, die über Nacht ihre Kinder verloren.
Auch die beiden Frauen, die in dem Unfallfahrzeug saßen, sind tief betroffen. Der 16-Jährige, der mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht wurde und auf der Intensivstation behandelt werden musste, überlebte den Unfall, teilte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. Allerdings hätte sie das Erlebte nicht strafrechtlich verfolgen dürfen. Gegen den 20-jährigen Fahrer, der unbestimmte Zeit verletzt wurde, aber kurz nach dem Unfall vernommen werden konnte, wurde ein Strafverfahren eingeleitet.
Die Frage der Geschwindigkeit bleibt offen
Im Mittelpunkt steht dabei die abschließende Klärung der Unfallursache. Was hatte dazu geführt, dass die weisse A1 mit Zürcher Kontrollschildern in der Kurve des Töbeli-Parkhauses von der Strasse abgekommen und über die Sicherheitsschranke und in die Uze zum Parkhaus katapultiert worden war? Aus den Kreisen der verschiedenen Rettungsschwimmer, aber auch über die sozialen Medien, sickerten in den vergangenen Wochen bruchstückhaft nicht verifizierbare Informationen durch.
Demnach soll das Fahrzeug mit 150 km/h unterwegs gewesen sein, während die Jugendlichen durch die geöffneten Fenster des Autos Videoaufnahmen für das soziale Netzwerk Tiktok produzierten. Mit den entsprechenden Folgen im Falle einer Kollision, bei der die Insassen aus dem Fahrzeug geschleudert wurden. Die Polizei erwog zunächst kurz die Möglichkeit, dass Personen auf dem Parkplatz an dem Unfall beteiligt waren, schloss dies jedoch später aus.
Unvorhersehbarer Abschluss des Verfahrens
Kommunikationschef Hanspeter Krüsi der St. Galler Polizei gibt sich auf Nachfrage sehr zurückhaltend. Er kann nur die Aussage herausziehen, dass das Auto zu schnell gefahren sei. Und es lässt die Frage offen, ob Jugendliche tatsächlich ein Actionvideo gedreht haben. Stattdessen verweist sie auf die Staatsanwaltschaft, die nun mit dem Fall befasst ist.
Ähnlich vorsichtig ist Beatrice Giger, Medienchefin der Staatsanwaltschaft St. Gallen. Sie bestätigt lediglich, dass gegen den Fahrer des Fahrzeugs ein Strafverfahren eröffnet wurde, das allerdings gerade erst beginnt. „Der Hergang des Unfalls wird untersucht, was wir aber im Moment nicht tun“, sagte er. Da noch mehrere Gutachten anhängig sind, kann noch nicht gesagt werden, wann mit einem Abschluss des Verfahrens gerechnet werden kann.