Toni Kroos unterbricht das TV-Interview: „Was ist das für eine Frage?“

Aktualisiert am 30.05.2022 um 10:04 Uhr

  • Toni Kroos von Real Madrid hat ein Fernsehinterview abgebrochen, nachdem er Liverpool im Finale der Champions League besiegt hatte.
  • Grund: Fragen von ZDF-Reporter Nils Kaben.
  • Der Journalist äußerte sich nun zu dem Vorfall, auch Toni Kroos meldete sich erneut zu Wort und ZDF-Sportdirektor Fuhrmann hielt es für notwendig, „die Dorfkirche zu verlassen“.

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Der fünfmalige Champions-League-Sieger Toni Kroos von Real Madrid brach ein Fernsehinterview, nachdem er Liverpool im Finale besiegt hatte. „Du hattest 90 Minuten Zeit, um über vernünftige Fragen nachzudenken, und dann stellst du mir zwei beschissene Fragen“, entgegnete der Ex-Weltmeister im Interview mit dem ZDF-Sieger kurz nach dem 1:0. ZDF-Reporter Nils Kaben fragte den 32-Jährigen, ob es überraschend sei, dass Real im Endspiel am Samstagabend im Stade de France so unter Druck stehe.

„Es ist nicht ungewöhnlich, dass man gegen Liverpool Probleme hat“, sagte Kroos. “Was für eine Frage ist, dass Sie nicht irgendwo ein Gruppenspiel spielen, wir spielen das Champions-League-Finale.” Nachdem er sich einer anderen Frage genähert hatte, ging Kroos einfach weg und schimpfte: “Es ist sehr schlecht, sehr schlecht.”

Kroos nahm die vorherige Frage nicht gut auf. „Das ist klar. Wir haben wirklich gut gekämpft, wir wussten, dass Liverpool eine großartige Mannschaft ist“, antwortete Kroos, wenn auch der Sieg angesichts des Spielverlaufs nicht so offensichtlich war.

ZDF-Journalist Nils Kaben bedauert Interview, Kroos tritt zurück

Auf Nachfrage von Bild.de sagte ZDF-Journalist Kaben, er bedauere den Verlauf des Interviews und habe mit dem Real-Star nicht ein wenig mehr über seine positiven Emotionen gesprochen. Tut mir leid, aber es war nicht seine Absicht, den wahren Star zu provozieren. Es war eine blöde Situation für beide Seiten. Kaben, der seit 1991 als freier Mitarbeiter im Sportressort des ZDF arbeitet, sagte, er habe eine solche Situation in seiner Fernsehkarriere noch nie erlebt.

Toni Kroos hat das Interview für beendet erklärt. „Mehr Respekt verlange ich nicht. Ich habe nach dem Sieg im Champions-League-Finale nur positive Fragen erwartet“, sagte der Ex-Weltmeister in einem weiteren Interview. Stattdessen wurde er gefragt, “warum er so hart gegen Liverpool war und warum er so glücklich war. Er fand, dass er es nicht so gut gemacht hat”.

ZDF-Sportdirektor Thomas Fuhrmann hält den Verlauf des viel diskutierten Fernsehinterviews für „unglücklich“. „Diese Situationen direkt nach dem Schlusspfiff sind immer etwas Besonderes“, sagte er der dpa. „Vielleicht hätte der Teamkollege ein wenig später an den Emotionen hängen und zum Kern des Spiels kommen sollen. Grundsätzlich waren die Fragen berechtigt und es gab keinen Grund, das Interview zu unterbrechen.“

ZDF-Sportdirektor Thomas Fuhrmann: „Lassen Sie die Kirche im Dorf“

Fuhrmann weiter: „Nils Kaben war auch überrascht. Er wollte Toni Kroos nicht provozieren.“ Ein klärendes Gespräch zwischen dem Fußballer und dem Journalisten hält er nicht für notwendig. “Ich sehe keine Notwendigkeit für Nacharbeiten. Sie sollten die Dorfkirche verlassen.”

Toni Kroos (vorne rechts) bricht Interview mit ZDF-Journalist Nils Kaben (links) nach dem Champions-League-Finale ab.

© IMAGO / Moritz Müller

ZDF-Experte Per Mertesacker, der 2014 mit Kroos in Brasilien Weltmeister wurde, sagte nach dem Interview: „Ich habe nach einem positiven Ergebnis auch negative Fragen erlebt.“ Bei der WM vor acht Jahren, nach dem Achtelfinalsieg gegen Algerien, drückte Mertesacker seinen Ärger über die Fragen aus und sagte den im deutschen Fußball mittlerweile legendär gewordenen Satz: „Zuerst liege ich im Eis Eimer für drei Tage “. (pack/spl/dpa)

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Real Madrid gewann knapp das Champions-League-Finale gegen Liverpool; Am Ende reichte der Mannschaft von Carlo Ancelotti ein Tor. Die Konfrontation der Königsklasse wurde von massiven Problemen und Chaos überschattet. Lesen Sie hier, was die internationale Presse über das Finale schreibt.

Teaserbild: © IMAGO / Moritz Müller

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