Nach einem Wohnungsbrand in der Nacht zum Samstag hat die Feuerwehr in Neustrelitz einen 60-jährigen Mann leblos aufgefunden. Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes. „Nach ersten Erkenntnissen starb der 60-jährige Mann eines gewaltsamen Todes”, so ein Polizeisprecher. Ein 38-jähriger Mann sei in diesem Zusammenhang bereits festgenommen worden. Über weitere Details zum mutmaßlichen Tathergang und die Brandursache gab es seitens zunächst keine detaillierte Auskunft.
Das Drama ereignete sich in einem sanierten Plattenbau im Wohngebiet Kiefernheide. Ein blauer Lieferwagen des kriminaltechnischen Ermittlungsdienstes parkt am Vormittag nach der Tat vor der Eingangstür des dreistöckigen Wohnhauses im Pablo-Neruda-Ring. Auf dem Balkon der unteren Wohnung tauchte ein Ermittler im weißen Schutzanzug auf. Im Treppenhaus riecht es verbrannt, hier lagern schon mehrere Tüten voller Beweismittel.
Ein feiner Kerl – mit falschem Umgang
Ein Nachbar nähert sich. Er hat den nächtlichen Feuerwehreinsatz aus dem Haus gegenüber beobachtet. Den Getöteten kannten viele, zumal in der letzten Zeit immer mal wieder die Polizei vor seinem Haus aufkreuzte. „Das war ein feiner Kerl, er hatte nur den falschen Umgang”, sagt der Nachbar.
Eine junge Frau, die die Wohnung neben der des Getöteten bewohnt, bestätigt diese Einschätzung. In der Nacht als der Mord geschah, eskalierte mal wieder die Situation. „Das waren miese Typen, mit denen er sich eingelassen hat. Aber er konnte nie nein sagen, wenn die vor der Tür standen”, schildert sie ihre Beobachtungen. Auch in der verhängnisvollen Nacht war die Polizei gerufen worden, um für Ruhe zu sorgen. Denn der 60-jährige – später getötete – Nachbar hatte Besuch, der laut grölend ihn immer wieder beschimpfte. „Ich war dem Besucher im Treppenhaus begegnet, der war öfter da und wir wussten, dass er immer Ärger macht”, erzählt die Nachbarin.
Tatverdächtiger schnell gefasst
Als die Polizei abgezogen war, ging der Streit weiter. „Das konnten wir hören. An Schlaf war nicht zu denken. Gegen ein Uhr bemerkten wir den Rauch”, berichtet sie. Kurze Zeit später stand auch schon die Feuerwehr vor dem Haus. Später sickerte dann die Information durch, dass es einen Toten gegeben hat.
„Gott sei Dank, haben sie den Täter schnell gefasst. Ich hätte hier keine ruhige Minute mehr gehabt”, sagt die junge Frau, die ein Kind erwartet. Die Polizei meldete, dass sie einen 38-jährigen Tatverdächtigen gefasst hatte. Derweil kursieren Gerüchte über den Tathergang. Jemand will gehört haben, dass die Rauchmelder in der Wohnung des Getöteten abgebaut und im Kühlschrank deponiert waren.
„Das ist hier eigentlich eine ruhige Gegend, wohnen ja vorwiegend Alte hier”, sagt der Nachbar, der das Geschehen von gegenüber beobachtet hatte und bis zum Morgen kein Auge zugemacht hat. Er sorgt sich um den Ruf seines Wohnviertels und ist fassungslos über den Mord. Der Ermordetet habe für die Kinder die Fahrräder repariert. Vor etwa drei Jahren sei er hergezogen.
„Ein ruhiger, netter Mann. Das hat er nicht verdient”, sagt er.