Stand: 01.06.2022 16:08
Die Bundeswehr will 60 Exemplare des schweren Transporthubschraubers CH-47 kaufen. Das muss mit dem 100-Milliarden-Dollar-Paket bezahlt werden. Viele Nato-Staaten fliegen bereits die Maschine mit dem Doppelrotor-Abzeichen.
Die Bundeswehr muss mit Boeings CH-47F einen neuen Schwerlasthubschrauber besorgen. 60 Maschinen müssten für rund fünf Milliarden Euro angeschafft werden, berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Angaben des Verteidigungsministeriums. Daraufhin begann Verteidigungsministerin Christine Lambrecht mit der Anschaffung von Hubschraubern. Das Geld soll aus dem Sonderhaushalt von 100 Milliarden Euro der Bundeswehr kommen.
Mit den Maschinen, auch „Chinook“ genannt, lassen sich Fahrzeuge, Ausrüstung und Soldaten schnell transportieren. Ein Vorteil des Modells ist laut Militärplanern, dass viele andere NATO-Staaten es auch wollen: die Niederlande, Spanien, Großbritannien, Italien, Griechenland, die Vereinigten Staaten, Kanada und die Türkei. Daher wird der CH-47 getestet. Im Briefing heißt es: „Bei der Bewertung war es besonders wichtig, das Kooperationspotential für die europäische Integration und die Wahl eines erprobten und marktfähigen Modells zur Risikominimierung zu priorisieren.“
Die Maschinen müssen bei Airbus eingesetzt werden
Zudem kann der CH-47 im Gegensatz zu anderen Helikoptern auch in sehr staubigen Umgebungen nahezu problemlos landen, was beispielsweise für Einsätze in afrikanischen Ländern wichtig ist. Boeing engagiert sich auch dafür, die Maschinen mit einer Luftversorgungsmöglichkeit auszustatten, die für längere Flüge notwendig ist. Die deutschen Maschinen werden dann in Kooperation mit Airbus betrieben.
Die ursprüngliche Version des Hubschraubers mit den charakteristischen Doppelrotoren kam in den 60er Jahren zum Einsatz, der CH-47F ist eine modernisierte Version.
Ein amerikanischer Transporthubschrauber Chinook überfliegt die US-Botschaft in Kabul. Bild: dpa
Entscheidung gegen Konkurrenzmodell
Die Entscheidung, einen neuen Schwerlasthubschrauber zu bauen, war längst überfällig. Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, ein erprobtes System „von der Stange“ kaufen zu wollen. Außerdem gab es eine modernisierte Version der Lockheed Martin CH-53, von der die Bundeswehr bereits eine ältere Version fliegt. Unter anderem hatte sich die FDP in der Vergangenheit für den Kauf dieses Modells eingesetzt, das auch höher belastbar sein darf als der CH-47. Bei deutschen Partnern wird die Maschine jedoch nur in der US-amerikanischen und israelischen Armee eingesetzt.