Carl Herzog von Württemberg ist an diesem Dienstagmorgen im Alter von 85 Jahren in einer Klinik in Ravensburg gestorben. Die Nachricht sorgte an seinem Wohnort Altshausen (Kreis Ravensburg) und darüber hinaus für Bestürzung.
Der stellvertretende baden-württembergische Ministerpräsident Thomas Strobl (CDU) kündigte am Dienstag an, dass der Chef der württembergischen Handelskammer tiefe Spuren hinterlassen habe, die bleiben würden. “Seine Güte, seine Güte, seine Hingabe, seine Menschlichkeit und seine Weisheit werden uns in Erinnerung bleiben.”
In einer Stellungnahme des Hauses Württemberg heißt es, die Region Oberschwaben und das Land Baden-Württemberg hätten eine einflussreiche Persönlichkeit verloren. Seine zurückhaltende, aber gleichzeitig selbstgefällige Art hätte ihm bei vielen Menschen großen Respekt eingebracht.
Herzog Carl lebte auf Schloss Altshausen
Carl Herzog von Württemberg lebte bis zuletzt auf Schloss Altshausen und kämpfte jahrelang mit gesundheitlichen Problemen. Als Oberhaupt des Hauses Württemberg verhehlte er weder seine Liebe zum Land noch seine Überzeugung, dass die Monarchie die bestmögliche Staatsform sei.
Herzog Carl wurde am 1. August 1936 in Friedrichshafen als Sohn des Herzogs Philipp II. Albrecht von Württemberg und seiner Frau Rosa geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Riedlingen (Kreis Biberach) studierte Carl Jura und wurde Hauserbe in Württemberg. Als Leiter der „Württembergischen Hausgerichtskammer“ mit tausenden Hektar Wald, Wiesen, Äckern und Weinbergen war er kaufmännisch tätig.
Burg Altshausen: Teile des weißen Gebäudes sind noch die alte Burg, die ehemalige Residenz des Deutschen Ordens. Links und rechts das Castell Nou mit der Schlosskirche. SWR Hildegard Eichenhofer
Viele Ehrenämter und Kontakte in die Politik
Er sah es als persönliche Verpflichtung des Landes Baden-Württemberg an, auch den Namen seiner Familie zu tragen. Der gebürtige Friedrichshafener war unermüdlich in seinem kulturellen und sozialen Engagement. Herzog Carl suchte stets den Kontakt zur Politik und bekleidete bis zu 30 Ehrenämter.
Er sammelte Spenden für Schulen, Universitäten und Kulturdenkmäler. Außerdem leitete er jahrelang die SWR-Aktion „Herzenssache“, die Spenden in Millionenhöhe für kranke und behinderte Kinder einbrachte.
Ein Nachruf auf Herzog Carl von SWR-Journalist Dirk Polzin zum Nachhören:
Herzog Carl spielte mit der Politik
Herzog Carl hatte lange überlegt, in die Politik zu gehen. Dass er sich anders entschieden habe, bewahre seine “Narrenfreiheit”, sagte er, “um unangenehme Dinge ohne parteiinterne Rücksichtnahme angehen zu können”, auf kommunaler und Landesebene.
Mit seiner Frau Diane hatte er sechs Kinder. Sein ältester Sohn Friedrich starb 2018 bei einem Autounfall. Carl Herzog von Württemberg stammte aus der katholischen Linie eines der ältesten herrschenden Adelshäuser im deutschsprachigen Raum.
Vor dem Tor des Neuen Schlosses in Altshausen wehen die Fahnen auf Halbmast. SWR
Er trat die Nachfolge seines Vaters als Oberhaupt des Adelshauses an
Bis zur Auflösung der Monarchie nach dem Ersten Weltkrieg beherrschte das Adelsgeschlecht weite Teile Südwestdeutschlands. 1918 dankte König Wilhelm II. ab und nahm den Titel eines Herzogs von Württemberg an. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1975 wurde Herzog Carl Oberhaupt der Adelsfamilie.