Trotz hoher Hypothekenzinsen: Warum steigen die Immobilienpreise weiter?

Trotz hoher Hypothekarzinsen

Deshalb steigen die Immobilienpreise weiter

Wohneigentum in der Schweiz ist so unerschwinglich wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das Angebot ist knapp, es wird immer weniger gebaut. Aber erklärt das die hohen Preise?

Obwohl die finanziellen Hürden für den Kauf eines Eigenheims steigen, steigen die Preise auf dem Schweizer Immobilienmarkt weiter. Auch die Verdopplung der Hypothekarzinsen hat in den letzten sechs Monaten nichts daran geändert.

Die Eigenheimpreise stiegen im zweiten Quartal 2022 um 1,6 Prozent. Das belegen die neuesten Zahlen des Immobiliengutachters Realadvisor. Die Wohnungspreise stiegen um 1,9 Prozent. Im Jahresvergleich sind die Preissteigerungen beachtlich: Plus 7,9 Prozent bei Häusern und 7,7 Prozent bei Wohnungen.

„Es ist schon 20 Jahre her, dass es so schwierig war, in der Schweiz ein Haus zu kaufen“, sagt Jonas Wiesel (34), Mitgründer von Realadvisor, über die aktuellen Marktbedingungen.

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Omen der Preissenkung

Warum hat sich das Preisniveau auf dem Schweizer Immobilienmarkt noch nicht stabilisiert? Zum Vergleich: In einigen Nachbarländern gibt es bereits Indikatoren, die auf eine Verlangsamung des Preisanstiegs hindeuten.

In Frankreich beispielsweise sind die Preise seit Jahresbeginn nur um 1,7 Prozent gestiegen. Die meisten Preissteigerungen in den zehn größten Städten betragen weniger als 0,5 Prozent. In Deutschland stagnierten die Hauspreise im ersten Quartal 2022 bei einem Wachstum von mindestens 0,1 Prozent.

Baugesuche stagnieren

Das Problem: Das Angebot auf dem Schweizer Immobilienmarkt ist und bleibt knapp. Laut Realadvisor ist die Zahl der zum Verkauf stehenden Immobilien in drei Monaten um 10 Prozent gestiegen. Allerdings stellt Wiesel fest: „Das Angebot ist immer noch sehr begrenzt und liegt deutlich unter dem, was wir vor zwei Jahren beobachtet haben.“ Es ist nicht vorstellbar, dass die Zahl der zum Verkauf angebotenen Immobilien mittelfristig deutlich zunehmen wird.

Hinweise darauf finden sich auch in Baugenehmigungen. Diese sind seit 2014 nicht gestiegen. Auch die Bauausgaben stagnierten im vergangenen Jahr. Die Investitionen im Tiefbau erhöhten sich um 1,0 Prozent. Diejenigen im Baugewerbe fielen um 0,4 Prozent. Dadurch gingen die Bauinvestitionen insgesamt um 0,1 Prozent zurück, wie aktuelle Daten der Baustatistik des Statistischen Bundesamtes (BFS) zeigen.

Haushaltsbudgets verlängern sich

Daher wird das Angebot auf dem Wohnungsmarkt nicht bald zunehmen. Doch die Nachfrage dürfte sinken und die Überhitzung des Immobilienmarktes zumindest beruhigen. Neben steigenden Hypothekarzinsen wirken sich auch Verbraucherpreisinflation und steigende Energiepreise negativ auf die obligatorischen Ausgaben der Haushalte aus.

Dies spiegelt sich im Schweizer Sparkonto wider. Und es schadet Hauskäufern, wenn es darum geht, das für die Finanzierung benötigte Kapital aufzubringen. Daher ist es sehr gut möglich, dass es trotz des begrenzten Angebots bald zu einer Entspannung auf dem Immobilienmarkt kommt.

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