Trotz Nord Stream 1-Gas ist nicht alles klar

Aus . – 21.07.2022 15:27 (21.07.2022 15:27)

Auch wenn russisches Gas wieder durch die Pipeline Nord Stream 1 fließt, können Experten keine Entwarnung geben. © John MACDOUGALL/AFP

Laut Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, ist trotz der Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 noch nicht alles klar.

Wenn in den kommenden Wochen rund 40 Prozent der Pipeline-Kapazität von Nord Stream 1 ausgelastet seien, würden sich die schlimmsten Befürchtungen nicht bestätigen, sagte Müller am Donnerstag, Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden. “Es war nicht das schlimmste Szenario, aber ich kann immer noch nicht ganz klar sprechen.”

Trotz des Gasflusses durch Nord Stream 1 ist nicht alles klar

Müller wies darauf hin, dass Russlands Präsident Wladimir Putin kürzlich Äußerungen gemacht habe, die auf eine Reduzierung auf 20 Prozent hindeuten könnten. “Wir sind derzeit Russland ausgeliefert”, denn es entscheide, wie viel Gas durch Nord Stream 1 fließen werde. Noch wichtiger seien Einsparungen und Zukäufe aus anderen Quellen.

Der russische Gasfluss wurde nach 10 Tagen wieder aufgenommen

Nach zehntägigen Wartungsarbeiten wurde der russische Gasfluss am Donnerstagmorgen wieder aufgenommen. Allerdings wird die volle Kapazität noch lange nicht ausgenutzt, nur rund 40 Prozent. „Auch bei einem Niveau von 40 Prozent müssen wir uns ordentlich anstrengen, um gut durch den ersten Winter zu kommen“, sagte Müller. Auch bei den Füllständen der Gasspeicher ist der Winter 2023/24 zu berücksichtigen.

In kalten Wintern können Gasterminals nicht schnell genug hochfahren

Die Bundesnetzagentur geht in ihren Prognoserechnungen von einem durchschnittlichen Winter 2022/23 aus und davon, dass die neuen Flüssiggasterminals in der Nordsee ab Januar 2023 einsatzbereit sein werden. Aber wenn der Winter kalt ist und die Terminals nicht eingefahren werden Betrieb schnell genug, „dies sollte durch zusätzliche Einsparungen kompensiert werden, um Gasengpässe oder zu niedrige Füllstände im Frühjahr zu vermeiden“, so Müller . .

Aktuell sind Gaseinsparungen dank des warmen Sommers möglich

Auch wegen des warmen Sommers mache man derzeit Fortschritte beim Gassparen: Deutschland habe „viel Gas gespart“. Aber: „Am schwierigsten sind Herbst und Winter“, sagte der Behördenchef. “Dann geht es um echten Konsum, dann muss die Masse gerettet werden.”

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