Trotz Sanktionen: Russische Reiseveranstalter machen Ferien in der Schweiz

Mit Ausbruch des Krieges in der Ukraine eliminierten Schweizer Tourismusfachleute bereits Gäste aus Russland. Ironischerweise, als der Niedergang der Kronenkrise einen Aufschwung versprach! Im Jahr vor der Pandemie übernachteten Touristen rund 350’000 Mal in Schweizer Hotelbetten. Dies ist ein kleiner Teil des gesamten Touristenkuchens. Doch kürzlich sagte Schweizer Tourismusdirektor Martin Nydegger (51) in einem Interview mit Blick TV: «Russische Gäste sind viel zahlungsbereiter. Wir werden Sie vermissen.»

Ein Blick auf die Websites russischer Reisebüros zeigt jedoch, dass die kaufkräftige Kundschaft der Schweizer Luxushotels keineswegs wegzieht. Trotz zahlreicher westlicher Sanktionen fördert die russische Tourismusbranche geführte Touren durch das beliebte Schweizer Ferienland. Sie entziehen sich gekonnt der Sperrung des EU-Luftraums.

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Wegen Sanktionen: Wechsel in Dubai

Auf der einen Seite steht die PAC Group, ein 1990 gegründetes Reisebüro mit Sitz in Moskau. Bis Kriegsbeginn war das Unternehmen auch in der Ukraine aktiv und hatte zwei Niederlassungen in Kiew und Odessa. Ein Blick auf die Website des russischen Reiseveranstalters zeigt, dass russischen Touristen mit dem nötigen Kleingeld die Türen in die Schweiz weiterhin offen stehen.

Das beste Angebot für russische Touristen: Glacier Express, eine einwöchige All-Inclusive-Reise mit Stopps in Zürich, Bad Ragaz SG, St. Moritz GR, Zermatt VS und die Genferseeregion. Die Website umfasst auch zahlreiche Luxushotels in den wichtigsten Schweizer Städten, den Kantonen Graubünden, Genf und Wallis. Das Angebot trifft offensichtlich auf die Nachfrage.

Interessantes Detail: Aufgrund der Sperrung des Luftraums nutzt die PAC-Gruppe das Drehkreuz Dubai für Hin- und Rückflüge. „Neu ist es möglich, Schweizer Städte über Istanbul, Dubai und Belgrad zu erreichen. Heute sind dies die wichtigsten Drehkreuze, nicht nur für die Schweiz, sondern für Reisen in europäische Länder im Allgemeinen“, teilte die PAC-Gruppe gegenüber dem russischen Verband der Reiseveranstalter mit Reisen seien höher als bei Gruppenreisen, so das Reisebüro weiter.

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Luftige Namen, teure Preise

Allerdings hat der Zwischenstopp in Dubai seinen Preis: Für eine Woche Ferien in der Schweiz für zwei Personen muss der russische Reisende 450’000 Rubel, das sind rund 7300 Franken, bezahlen, mit einem Drittel dessen, was er selbst will.

Dass die PAC-Gruppe die Reise in die Schweiz inklusive Flug verkauft, ist eine Ausnahme.

Ein Blick auf weitere Angebote russischer Reiseveranstalter zeigt, dass die unsichere Lage im internationalen Luftraum für viele Reiseveranstalter abschreckend wirkt.

Die KMP-Gruppe zum Beispiel, die auch Büros in Moskau und St. Petersburg hat, verkauft ihre Reisen in die Schweiz weiterhin, aber mit großen Namen wie “Secrets of Alpine Longevity”, ohne Flug. Für die einwöchige Reise verlangt der Anbieter mindestens 1600 Franken.

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