Inzwischen ist das volle Ausmaß der jüngsten Mieterhöhung bekannt: Sie betrifft nicht nur 150.000, sondern zwei Millionen Mieterinnen und Mieter in Wien.
Die zweite Mieterhöhung für das laufende Jahr blieb am Mittwochnachmittag fast aus. Konkret steigen ab dem 1. Juni die Mieten von fünf auf 21 Cent pro Quadratmeter, was unterjährig zu Mehrausgaben von Hunderten von Euro führen kann. Betroffen sind Verträge, die zwischen dem 1. Januar 1982 und dem 28. Februar 1994 abgeschlossen wurden.
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Nach ersten Zahlen der SPÖ sind allein in Wien 150.000 Haushalte davon betroffen. Die Sprecherin des Wohnungsbaus, Ruth Becher, sprach deshalb von einem “inflationären Diebstahl durch die Regierung”.
Alle Mieter betroffen
Kurz nach Bekanntwerden meldete sich auch der Mieterverein. „Angesichts des Booms bei Wohnkosten und Energiepreisen ist das ein Schlag ins Gesicht der Mieterinnen und Mieter in Österreich“, sagt Elke Hanel-Torsch, Präsidentin des Wiener Mieterbundes.
Experten verweisen zudem auf einen wahren Mietkracher: Allein in Wien werden wegen steigender Betriebskosten rund zwei Millionen Mieterinnen und Mieter zur Kasse gebeten, weil für die Berechnung der Verwaltungskosten A-Beträge herangezogen werden (bekanntermaßen ab 3,80 steigend). bis zu 4,01 Euro pro Quadratmeter Fläche).
Die nächste Preiserhöhung droht
Dies wird auf die „unangemessene“ Formulierung einer Klausel im Mietgesetz zurückgeführt, die die Regierung während der Pandemie hinzugefügt hat. Anstatt die Mieten effektiv einzufrieren und die Inflation anzukurbeln, wurde sie nur verschoben. Mieter sollen nun für diese “Unhöflichkeit der Regierung” büßen.
„Wir sind jetzt mitten in einer Inflationsspirale. Steigen die Mieten, erhöht das wiederum die Inflationsrate. Wenn die Regierung weiter nichts tut, haben wir bald die nächste Erhöhung“, sagte Hanel-Torsch.
“Bei steigenden Mietpreisen, Heizung und Strom wissen viele Menschen nicht mehr weiter.” Hanel-Torsch fordert die Bundesregierung auf, weitere Mieterhöhungen auszuschließen und endlich eine lang ersehnte Entlastung für Mieter zu bekommen.
Nav-Compte Leo Hora01.06.2022, 20:03 | Akt: 01.06.2022, 20:03