Ueli Maurer erfreut die Linke mit seiner Kritik am Armeehaushalt

Ueli Maurer: «Finanzen interessieren Sie nicht»

Der Bundeshaushalt für 2023 ist vorerst ausgeglichen. Für die Folgejahre rechnet der Bundesrat angesichts steigender Ausgaben mit Anpassungsbedarf an die Anforderungen der Schuldenbremse.

29.06.2022

Finanzminister Ueli Maurer wird in der Linken immer beliebter, weil er die Diskussion um die Erhöhung des Militärbudgets anheizt. Die neue Zahl von etwa 9,4 Milliarden Emissionen irritiert.

Seine Worte waren ungewöhnlich scharf. Finanzminister Ueli Maurer (SVP) hat deutlich auf die Vorlage des Bundeshaushalts für das nächste Jahr reagiert. „Ich denke, Sie überschätzen das Verteidigungsministerium, wenn Sie glauben, dass Sie all das Geld ausgeben können.“

National- und Ständerat haben voreilig gehandelt, als sie in der letzten Sitzung entschieden haben, das Armeebudget für 2030 schrittweise zu erhöhen. Dieses wird 2030 jährlich um rund 300 Millionen auf insgesamt mehr als 7 Milliarden steigen und 1 Prozent ausmachen des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Heute beträgt das Budget rund 5,6 Milliarden Franken. Basierend auf den BIP-Prognosen brauchte Maurer eine neue Zahl, um ins Spiel zu kommen: 9,4 Milliarden. Ist das zu viel? Maurer sprach von einem zunehmend angespannten Finanzhaushalt.

“Die Bourgeoisie sollte anfangen, sich Sorgen zu machen”

Aus Sicht des Berner SVP-Nationalrats und Sicherheitspolitikers Erich Hess liegt Maurer falsch. «Das VBS hat deutlich gemacht, dass es sinnvoll ist, das Budget zu erhöhen», sagt er. Aber Maurer ist Experte: Bevor er Finanzminister wurde, leitete er von 2009 bis 2015 das VBS. Maurers Äußerungen beruhen laut Hess auf dem Kollegialprinzip des Bundesrates. Er akzeptierte jedoch die Budgeterhöhung.

Stattdessen freut sich die Linke. «Dank den Aussagen des Finanzministers wissen wir heute, dass wir Recht hatten, als wir mit Nägeln und Nägeln gegen die Erhöhung gekämpft haben», sagt Marionna Schlatter (Grüne/ZH).

“Ueli Maurer steht nicht im Verdacht, besonders links zu sein.”

Priska Seiler Graf

Nationalrätin SP/ZH

Nationalrätin Priska Seiler Graf (SP/ZH) dankt Ueli Maurer für die Unterstützung als Gegner der Erhöhung. „Außerdem steht er nicht im Verdacht, besonders links zu sein“, fügt er hinzu. Sie ist Mitglied der Security Policy Commission und eine der Gegnerinnen des F-35-Jägers.

Dass das Militärbudget bis 2030 plötzlich 9,4 Milliarden beträgt, ist für Seiler Graf ein Desaster. Denn zum Zeitpunkt der Parlamentsdebatte lagen keine belastbaren Zahlen vor. Für die Haushaltsdebatte Ende des Jahres rät er den Finanzpolitikern: “Die Bürger sollten nach und nach Linien ziehen.”

“Während der Debatte im Nationalrat wurde deutlich, dass die Ausgaben an das BIP gekoppelt werden müssen.”

Erich Hess

Nationalrat SVP/BE

Der Bundeshaushalt dürfte wegen des Heereshaushalts keine Probleme haben, warnt Seiler Graf. Für seine Einschätzung der Lage lobt Seiler Graf: «Der Finanzminister ist als ehemaliger VBS-Chef in dieser Angelegenheit wohl der kompetenteste Bundesrat.»

Heß bleibt ruhig. „Während der Debatte im Nationalrat war klar, dass die Ausgaben an das BIP gekoppelt werden sollten. Wenn die Wirtschaft erfolgreich ist, ist es auch legitim, mehr Geld in die Sicherheit zu investieren.“

Aus einem blick vorliegenden internen Dokument geht hervor, dass das VBS Pläne hat, wie das Geld ausgegeben werden soll. Es geht auf eine Präsentation zurück, die Armeechef Thomas Süssli vor dem Sicherheitsrat des Staatsrates gehalten hat.

Interne Pläne werden veröffentlicht

Folglich werden Lehren aus dem Krieg in der Ukraine gezogen. Wichtig sind eine moderne Panzerabwehr, schlagkräftige, mobile Artillerie und geschützte Fahrzeuge mit großer Reichweite sowie eine geschützte Kommunikation gegen Cyberangriffe.

Bereits 2023 sollen Lenkflugkörper PAC-3 MSE für das Flugabwehrsystem «Patriot» beschafft werden. Kosten: rund 400 Millionen Franken. Es gibt auch zusätzliche Munition und Sturmgewehre sowie Ausrüstung für Radfahrzeuge.

Ab 2024 kommen Bodenflugkörper, Passivradare zur Flugüberwachung und Minidrohnen hinzu.

Der Ständerat und Präsident der sicherheitspolitischen Kommission des Ständerats, Werner Salzmann (SVP/BE), zeigte sich überrascht, dass das Dokument bereits veröffentlicht wurde. Er freue sich, dass die Armee zeige, was sie vorhabe. Aber: “Wenn sich wegen des Ukrainekrieges die ganze Welt aufrüstet, dann ist es eine offene Frage, ob wir auf dem Markt alles bekommen, was wir brauchen.”

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