„Ukraine kann Städte schützen“ Scholz verspricht der Ukraine ein modernes Luftabwehrsystem
01.06.2022 10:06 Uhr
Die Opposition kritisiert Olaf Scholz für sein Zögern bei der Waffenübergabe an die Ukraine. Auf die Bundestagsdebatte reagierte die Kanzlerin mit einer Ankündigung: Die Ukraine erhält Deutschlands modernstes Flugabwehrsystem.
Bundeskanzler Olaf Scholz hat der Ukraine die Lieferung eines modernen Luftabwehrsystems zur Abwehr russischer Angreifer zugesagt. Zudem werden die ukrainischen Streitkräfte über ein modernes Verfolgungsradar verfügen, das Artillerie erkennen kann, sagte Scholz im Bundestag.
Bei dem Flugabwehrsystem handelt es sich laut Scholz um IRIS-T des Herstellers Diehl. Damit entsteht Deutschlands modernstes Luftverteidigungssystem. “Damit kann die Ukraine eine ganze Stadt vor russischen Luftangriffen schützen”, sagte Scholz.
“Eine sehr gute Waffe für die Ukrainer”
Militärexperte Gustav Gressel hatte bereits in einem Interview mit ntv.de erklärt, warum IRIS-T der Ukraine einen echten Vorteil bringt. „Die IRIS-T SLM hat eine geringere Reichweite als die Patriots, ist aber mobiler und daher besser für die Ukraine geeignet. Die Russen können die Positionen des ukrainischen Radars erkennen und dann angreifen. Deshalb feuern die Ukrainer nur eine Verteidigungsrunde ab zu einem bestimmten Zeitpunkt von einer Position aus, schalten Sie dann das Radar aus, bringen Sie Ihre Geräte an einen anderen Ort und warten Sie, bis die Russen die nächste Mission in die Luft jagen, für die nach Möglichkeit mobile Geräte erforderlich sind eine sehr gute Waffe für die Ukrainer sein.“
Die Ukraine fordert seit langem die Lieferung von Flugabwehrsystemen, um sich vor Angriffen durch russische Kampfjets, Helikopter, Raketen oder Drohnen zu schützen. Unmittelbar nach Kriegsbeginn beschloss die Bundesregierung, erstmals deutsche Waffen in einem laufenden Krieg gegen eine Atommacht zu liefern. Bisher wurden unter anderem Panzerfäuste, Flugabwehrraketen und viele Millionen Schuss Munition geliefert.
Obenauf vier Mehrfachraketenwerfer
Scholz kündigte außerdem an, Deutschland werde die von den USA angekündigte Lieferung mehrerer Raketenwerfer an die Ukraine “nach Maßgabe unserer technischen Möglichkeiten” unterstützen. Deutschland will nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur vier Raketenwerfer der Bundeswehr stellen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den USA, die auch ukrainische Soldaten in den Systemen ausbilden werden. Bis Ende des Monats sollen schwere Waffen übergeben werden, die weitreichende Ziele treffen können.
In den vergangenen Wochen hat die Bundesregierung bereits zwei Zusagen für die Lieferung schwerer Waffen gemacht: 50 Gepard-Flugabwehrpanzer und 7 Selbstfahrlafetten 2000, moderne Artilleriegeschütze mit einer Reichweite von 40 Kilometern, müssen in die Ukraine geliefert werden . Aber sie sind noch nicht angekommen. Die Opposition hat Scholz in den vergangenen Wochen immer wieder Zögern vorgeworfen.