Ukraine-Krieg: Deutschland liefert gepanzerte Brückenpanzer an Biber

Der Biber kommt in die Ukraine und baut dort Brücken

Ist dieser deutsche Panzer der Game Changer?

Deutschland liefert mehr Waffen an die Ukraine. Unter den Raupen ist auch der Biber zu finden – ein gepanzertes Fahrzeug, das Brücken legt. Dies könnte im späteren Kriegsverlauf eine wichtige Rolle spielen.

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Brücken und Flüsse bereiten im Ukrainekrieg immer wieder Probleme, für beide Seiten.

Statistisch gesehen gibt es in Mitteleuropa alle 20 bis 30 Kilometer ein größeres Gewässer. In modernen bewaffneten Konflikten kann dies zu Problemen führen. Wo Infanteristen einen Tagesmarsch von 30 Kilometern einplanen mussten, kommen motorisierte Armeen viel schneller voran und stoßen daher auf ein solches Hindernis, das mit allen Fahrzeugkonvois überquert werden muss.

Flüsse – und Brücken – haben während des Krieges in der Ukraine immer wieder für schwierige Momente gesorgt. Im Mai wurde ein russisches Bataillon von ukrainischen Soldaten entdeckt und getötet, als es versuchte, den Fluss Seversky Donets in der Ostukraine zu überqueren. Dieser Fluss stellt beide Parteien jedoch immer wieder vor große Probleme.

Noch wichtiger sind die militärischen Mittel zur Überquerung von Flüssen und Schluchten, und zwar in Form von Panzern, die Brücken legen. Die Ukraine hat bereits von der Sowjetunion entworfene Panzer, den MT-55 und den moderneren MTU-72, die beide veraltet sind. Jetzt soll Deutschland Abhilfe schaffen: 16 Biber-Panzer-Brückenverlegefahrzeuge tauchten kürzlich auf dem Lieferschein der Bundesregierung in Kiew auf, berichtet der „Spiegel“.

Wendig und leicht im Gelände trotz seines hohen Gewichts

Der Biber ist ein mächtiges Fahrzeug. Die Wanne, quasi der Rumpf des Panzers, stammt vom deutschen Leopard I ab, der 2003 von der Bundeswehr ausgemustert wurde. Der Turm des Panzers wurde jedoch durch zwei knapp zwölf Meter lange und rund zehn Meter schwere Klappbrückenelemente ersetzt Tonnen. Diese können geschoben und über einen Fluss oder eine Schlucht gelegt werden, um sie zu überqueren.

Dazu wird zunächst der untere Teil der Getriebebrücke nach vorne geschoben und gleichzeitig eine Stützplatte als Bodenanker in den Boden getrieben, damit der Tank nicht durch das Übergewicht umkippt. Dann folgt der zweite Teil der Brücke. All dies geschieht in einer Rekordzeit von nur zwei bis drei Minuten und kann vom Kommandanten aus dem Panzer heraus durchgeführt werden. Und trotz seiner hohen Beladung ist der nach einem Nagetier benannte Panzer sehr wendig im Gelände.

Schlagt der Biber ein neues Kapitel im Waffentransport auf?

Obwohl der Brückenlegepanzer nicht als Waffe bezeichnet wird – er hat nicht einmal ein Maschinengewehr – ist die deutsche Lieferung erwähnenswert, schreibt das Magazin. Denn Panzer wie der Biber werden fast ausschließlich für Offensivmanöver eingesetzt. Bisher hält sich der Westen mit diesen Lieferungen zurück. Sind Biber also der erste Schritt in diese Richtung?

Der Bergepanzer 2 steht auch auf Deutschlands Lieferschein. „Das Schweizer Taschenmesser“, erklärt der „Spiegel“. Dieses ebenfalls auf dem Leopard I basierende Fahrzeug ist ein Do-it-yourselfer: Man kann seinen eigenen Motor wechseln, Stellungen bauen, Landebahnen zerstören und Eisflächen aufbrechen.

Der Bergepanzer 2 kann vor allem eines: Schleppen. Mit einer 90 Meter langen Seilwinde können sie sogar Panzer aus sicherer Deckung vom Schlachtfeld ziehen, um sie später zu reparieren. In der Ukraine dürfte diese Fähigkeit mit fortschreitendem Krieg an Bedeutung gewinnen, schließlich ist mit zunehmenden Ausfällen von Kampffahrzeugen aller Art zu rechnen. (chs)

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