Aktualisiert am 28.12.2022 um 11:11 Uhr
- 10.59 Uhr: Die UN hat bisher 6.900 zivile Todesopfer im Ukraine-Krieg gezählt
- 10:36 Uhr: ➤ Gasleitungen, Umspannwerke, Brücken: 700 kritische Infrastrukturobjekte in der Ukraine zerstört
- 10.04 Uhr: Russische Rekruten frieren ihr Sperma kostenlos ein
- 06.46 Uhr: Lawrow sieht die USA als treibende Kraft im Ukraine-Konflikt
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➤ Gasleitungen, Umspannwerke, Brücken: 700 kritische Infrastrukturobjekte in der Ukraine zerstört
In der Ukraine wurden nach Regierungsangaben seit Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar mehr als 700 Objekte kritischer Infrastruktur zerstört. „Das sind Gaspipelines, Umspannwerke, Brücken und dergleichen“, sagte der stellvertretende ukrainische Innenminister Jewgeni Dschenin am Mittwoch im Fernsehen. Insgesamt seien mehr als 35.000 Objekte von russischen Truppen abgeschossen worden, fügte er hinzu.
Seit Oktober nimmt das russische Militär gezielt Energieversorgungssysteme in der Ukraine ins Visier. Das Stromnetz der Ukraine wurde durch den Dauerbeschuss von Raketen, Marschflugkörpern und Kamikaze-Drohnen schwer beschädigt. Immer wieder kommt es zu plötzlichen Notstopps. In den dunklen und kalten Wintertagen sind die Menschen stundenlang ohne Strom und manchmal auch von der Wärme- und Wasserversorgung abgeschnitten.
Auch in der Nacht zum Mittwoch und am Morgen kam es in mehreren Regionen zu Luftangriffen. Aus der Industriestadt Charkiw wurde am Morgen ein Raketenbeschuss gemeldet. Die kürzlich aus der Ukraine geborgene Stadt Cherson wurde nach Angaben des Generalstabs von 33 Raketen und Artillerie angegriffen. (dpa)
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Die Situation auf einen Blick:
Seit dem 24. Februar 2022 führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständigen Staat in Frage gestellt und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk in der Ostukraine anerkannt.
Seitdem bekämpft die ukrainische Armee die Eindringlinge so gut sie kann. Tausende Tote wurden auf beiden Seiten gemeldet, aber die genaue Zahl der Soldaten und Zivilisten wurde nicht unabhängig verifiziert. Tatsache ist, dass sich die humanitäre Situation in der Ukraine jeden Tag verschlechtert.
Russlands Angriff auf die Ukraine: Frontgeschichte des Jahres“
© dpa infographic GmbH
Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat inzwischen mehr als 16,5 Millionen Grenzübertritte aus der Ukraine registriert (Stand: 20. Dezember). Bei den Flüchtlingen handelt es sich hauptsächlich um Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen können. Laut UNHCR wurden in diesem Zeitraum (Stand: 20. Dezember) mehr als 8,7 Millionen Grenzübertritte in die Ukraine registriert.
Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Sie liefern auch Waffen an die Ukraine, und auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Die Ukraine erhielt auch Panzer der Gepard-Klasse aus Deutschland. (dpa)
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Andere Berichte über den Krieg in der Ukraine am 28. Dezember
Die Vereinten Nationen haben bisher 6.900 zivile Todesopfer im Krieg in der Ukraine gezählt
Nach jüngsten Zählungen der Vereinten Nationen (UN) sind im Krieg in der Ukraine fast 6.900 Zivilisten gestorben. Fast 11.000 unbewaffnete Menschen seien verletzt worden, sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte (OHCHR) in Genf. Unter den Toten seien 1.800 Frauen und etwa 400 Kinder, sagte er.
Nach Angaben der Vereinten Nationen wurde die Mehrheit der registrierten zivilen Opfer durch den Einsatz von Sprengwaffen mit Fernwirkung verursacht, darunter schweres Artilleriefeuer, mehrere Raketensysteme, Raketen und Luftangriffe. Das OHCHR geht davon aus, dass die realen Zahlen deutlich höher liegen. Berichte über einige Orte mit schweren Kämpfen haben sich verzögert und wurden noch nicht bestätigt. Dies gilt beispielsweise für die Regionen um Mariupol und mehrere Orte in der Region Luhansk. (dpa)
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Russische Rekruten frieren ihr Sperma kostenlos ein
Laut einer Quelle können Russen, die im Rahmen der Teilmobilisierung von Präsident Wladimir Putin in den Krieg geschickt wurden, ihr Sperma kostenlos einfrieren.
Der Leiter der Russischen Anwaltskammer, Igor Trunov, sagte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur TASS: „Das Gesundheitsministerium Russlands hat beschlossen, die kostenlose Konservierung und Aufbewahrung von Gameten (Spermien) von Bürgern anzubieten, die für die Teilnahme an der Militärsonderaktion mobilisiert wurden Betrieb, durch Finanzierung, um Haushaltsmittel zu ermöglichen”. Trunow vertritt Kunden, die ihr Saatgut einfrieren möchten.
In den letzten Wochen haben die Medien berichtet, dass die Nachfrage nach Samenbanken unter den Russen infolge der Mobilisierung erheblich gestiegen ist. Denn Männer, die in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine fallen könnten, wollten ihren Nachwuchs zumindest auf diese Weise sichern. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind im Herbst bisher etwa 6000 russische Soldaten gestorben. Die Ukraine hingegen hat die russischen Verluste kürzlich auf 100.000 Soldaten geschätzt. (dpa)
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Lawrow sieht die Vereinigten Staaten als treibende Kraft hinter dem Konflikt in der Ukraine
Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht die USA als Hauptschuldigen und gleichzeitig größten Nutznießer des Ukraine-Konflikts. Das strategische Ziel der USA und ihrer Nato-Verbündeten sei ein “Schlachtfeldsieg über Russland”, um Russland zu schwächen oder gar zu zerstören, sagte Lawrow in einem Interview mit der russischen staatlichen Nachrichtenagentur TASS. Dafür seien Moskaus Gegner “bereit, große Anstrengungen zu unternehmen”.
„Die Hauptnutznießer dieses ‚brennenden Konflikts‘ sind die Vereinigten Staaten, die sowohl im wirtschaftlichen als auch im militärstrategischen Bereich das Beste daraus machen wollen“, sagte Lawrow. Washington verfolgt zudem ein weiteres geopolitisches Ziel: die Zerstörung der traditionellen Bindungen Russlands an Europa.
Lawrow warf den USA auch angebliche Tötungspläne von Kreml-Chef Putin vor. “Ungenannte Beamte” im Pentagon drohten damit, Russland zu “enthaupten”. “Tatsächlich geht es um die Androhung der physischen Entfernung des russischen Staatsoberhauptes”, behauptete der russische Diplomatenchef ohne Beweise. (dpa)
Aktualisiert am 28.12.2022 um 07:23 Uhr
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat schwere Vorwürfe gegen die USA erhoben: Washington soll geplant haben, Präsident Wladimir Putin zu töten. Lawrow kann seine Aussagen nicht beweisen.
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Mit Material von dpa, Reuters und AFP
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