Ukraine-News: Die Ukraine will Atomstrom nach Deutschland liefern

Liveticker Krieg gegen Russland

Die Ukraine will Deutschland mit Kernenergie beliefern

Stand: 06:50 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

„Mittlerweile kühlen sogar die Grün-Roten in München ab“

Der Stresstest von Robert Habeck deutet auf einen Weiterbetrieb von zwei Kernkraftwerken hin, darunter das Kernkraftwerk Isar 2 in Bayern. Diesen Nachweis fordert Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger seit März: “Es ist jetzt September, die Ideologie der Grünen ist offensichtlich wichtiger als die Wirtschaft des Landes.”

Deutschland könnte in der Energiekrise unerwartete Hilfe erhalten. Die Ukraine will ihre Atomkraft aufgeben. Auf diese Weise muss die Abhängigkeit Deutschlands von Russland verringert werden. Mehr im Liveticker.

Die Ukraine will Deutschland bei der Lieferung von Kernenergie unterstützen, um aus der Abhängigkeit von der russischen Energieversorgung herauszukommen. „Die Ukraine exportiert derzeit ihren Strom nach Moldawien, Rumänien, in die Slowakei und nach Polen. Aber wir sind durchaus bereit, unsere Exporte nach Deutschland auszuweiten“, sagte der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal der Deutschen Presse-Agentur. „Strom haben wir in der Ukraine dank unserer Atomkraftwerke genug. Darauf werde ich bei meinem Besuch in Berlin und dann auch in Brüssel eingehen.“

Schmyhal wird am Samstag in Berlin erwartet und am Sonntag von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Kanzleramt empfangen. Gleichzeitig mit der russischen Invasion Ende Februar hat sich die Ukraine zusammen mit dem Nachbarland Moldawien vom ehemals sowjetischen Stromnetz getrennt. Die Synchronisation mit dem europäischen Netzwerk erfolgte Mitte März.

Seitdem exportiert das Land täglich zwischen 400 und 700 Megawatt Strom in die Europäische Union und nach Moldawien. Schmyhal will nun die EU-Exportquoten um ein Vielfaches erhöhen. „Das wäre für beide Seiten sehr gut. Die EU würde mehr Energie bekommen und wir würden die Währungen bekommen, die wir dringend brauchen“, sagte der Ministerpräsident.

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In der Ukraine sind Kernkraftwerke sowjetischer Bauart mit einer Gesamtleistung von mehr als 14 Gigawatt in Betrieb. Sechs Blöcke des Kernkraftwerks Saporischschja in Enerhodar sind jedoch seit März unter russischer Kontrolle. Die internationale Gemeinschaft befürchtet, dass Feindseligkeiten in der Nähe von Europas größtem Kernkraftwerk zu einem nuklearen Unfall führen könnten.

Mit der russischen Invasion ist auch der Energieverbrauch in der Ukraine aufgrund der Kämpfe, Fluchtbewegungen und des wirtschaftlichen Zusammenbruchs massiv gesunken. Dadurch wurden Exportmöglichkeiten frei.

5:45 Uhr: Ukrainische Kinder sprechen Probleme in Schulen an

Die vielen Kinder und Jugendlichen, die aus der Ukraine geflohen sind, bereiten zumindest einigen Ländern zu Beginn des Schuljahres Probleme. Laut einer Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den zuständigen Ministerien konnten nicht alle Studierenden in mindestens drei Ländern untergebracht werden. Bremen und Niedersachsen haben die Herausforderungen bisher zwar gemeistert, erleben aber auch erhöhte Anforderungen an die Lehrkräfte.

Nach Angaben der Kultusministerkonferenz wurden bis Ende vergangener Woche mehr als 163.000 Ukrainerinnen und Ukrainer an allgemeinbildenden oder berufsbildenden Schulen aufgenommen, vor allem in den bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Gleichzeitig wurden Mitte August mehr als 350.000 ukrainische Kriegsflüchtlinge unter 18 Jahren im Ausländerzentralregister registriert. Auch wenn viele von ihnen weiter- oder zurückgereist sind, dürfte es zu einer Lücke bei den Studierendenzahlen kommen.

Nur wenige Länder unterstützen sie offen. In Nordrhein-Westfalen, wo die Schule Anfang August wieder anfing, sind rund 32.800 Schüler aus der Ukraine in einer Bildungseinrichtung untergebracht. Nach Angaben des Bildungsministeriums haben noch immer mehr als 2.100 Kinder und Jugendliche keinen Schulplatz. Zudem warteten noch rund 900 Kinder und Jugendliche auf eine Beratung.

In Sachsen werden nach Angaben des dortigen Kultusministeriums 9.000 von rund 10.000 eingeschriebenen Studierenden vergeben. In Thüringen seien bis zu 2600 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine im schulpflichtigen Alter gewesen und die teils komplizierten Verfahren noch nicht abgeschlossen.

4.25 Uhr: USA – Russland setzt Energielieferungen als Waffe ein

Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA erklärt, Russland nutze die Energieversorgung, um europäische Verbraucher wegen fehlender Gaslieferungen durch die Nord Stream 1-Pipeline aus der Ostsee unter Druck zu setzen. Eine Kooperation zwischen den USA und Europa würde jedoch bedeuten, dass die Gasspeicher bis zur Befüllung der Winterheizsaison zur Verfügung stehen würden.

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