Ukraine-Politik: Polen nennt Scholz-Telefonate mit Putin “absolut nutzlos”

Der stellvertretende Außenminister Polens beschwerte sich gegenüber “Maischberger”, die Deutschen seien nicht aufrichtig mit Waffenlieferungen an die Ukraine. SPD-Chef Lars Klingbeil verteidigte Olaf Scholz und Ranga Yogeshwar wünschte Putin diplomatischen Trost.

Die drei Journalisten Ranga Yogeshwar, Hannah Bethke und Jan Fleischhauer diskutierten in ihrer Sendung auch die Frage, ob man Russlands Angriffskrieg mit Diplomatie oder militärischer Gewalt beantworten solle. Der WHO-Zoonoseforscher und Experte Fabian Leendertz informierte über die Ausbreitung des Affenpockenvirus.

Moderator Ranga Yogeshwar sagte, der von ihm gemeinsam mit Olaf Scholz verfasste „Offene Brief“ solle dazu beitragen, „eine Debatte anzustoßen, die nicht nur an militärische Kategorien gebunden ist, sondern auch nach Wegen sucht, diesen Krieg zu überwinden.“ „Verhandlungen, Eskalation möge Ende”.

Es sprechen (von links nach rechts): Jan Fleischhauer, Hannah Bethke, Ranga Yogeshwar, Sandra Maischberger

Welche: ARD/WDR/Thomas Kierok

Jan Fleischhauer widersprach: „Die Grundvoraussetzung diplomatischer Bemühungen ist, dass ein Restvertrauen besteht, dass die Person, mit der ich verhandele, irgendwie an das Wort gebunden ist, das er mir gibt, und genau das tut Wladimir Putin nicht. “

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Laut Yogeshwar ist dies nicht der Punkt der Diplomatie, um den Konflikt zu lösen. Das seien Formate, in denen „die Interessen des anderen reflektiert werden und man sie auf einen Tisch legt“.

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Journalistin Hannah Bethke fragte: “Aber wenn es am Ende keine Verhandlungen gibt, was dann?” Fleischhauer nannte Yogeshwars Position „amoralisch“, weil er das „Recht des Stärkeren“ – in diesem Fall Russlands – akzeptierte.

„Vor dem Klettern zu warnen ist nicht unmoralisch“, sagte Bethke. Er bezeichnete Fleischhauers Moralverständnis als einseitig und kritisierte, dass der Brief Ursache und Wirkung des Krieges verwechsele.

Er war beim „Maischberger“-Treffen dabei: Polens stellvertretender Außenminister Szymon Szynkowski vel Sęk

Welche: ARD/WDR/Thomas Kierok

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Der stellvertretende polnische Außenminister Szymon Szynkowski vel Sęk, der in der Studie zugegen war, kritisierte Telefongespräche zwischen Scholz und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit dem russischen Präsidenten Putin scharf. “Wir halten es für absolut nutzlos”, sagte Szynkowski. Statt nach Kiew zu reisen, rufe Scholz “ziemlich regelmäßig” beim Kremlchef an, was der Ukraine aber nichts nütze. Im Gegenteil, es hilft Russland. Die Gespräche würden nichts als Putins neue Glaubwürdigkeit bringen.

Die russische Armee hat Ende Februar das Nachbarland angegriffen, Scholz hat Putin seitdem mehrfach vorgeladen. Als Ende März nur wenige Tage nach einem Telefonat das Massaker im Kiewer Vorort Bucha bekannt wurde, herrschte sechs Wochen lang Funkstille. Scholz und Macron sprachen zuletzt am Samstag mit Putin und forderten ein Ende des Krieges.

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Bei den Waffenlieferungen müsse Deutschland “endlich mehr tun” für die Ukraine, forderte Szynkowski vel Sek und ging dabei sowohl auf direkte Waffenlieferungen als auch auf Ringtauschverfahren ein. “Wir brauchen konkrete Taten, nicht nur Worte und Statements.” Nichts von dem Versprechen der deutschen Seite wurde gehalten.

Vor wenigen Tagen wiederholte der stellvertretende Außenminister die Vorwürfe des polnischen Präsidenten Andrzej Duda, Polen habe an die Ukraine gelieferte Ersatzpanzer nicht erhalten. Die Bundesregierung hatte verärgert auf die Vorwürfe Polens reagiert.

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SPD-Chef Lars Klingbeil, der später in der Studie mit Sandra Maischberger sprach, verwies angesichts der Äußerungen des polnischen Vizeaußenministers auf die Differenzen zwischen der SPD und der polnischen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS). „Das sieht ein bisschen so aus wie das politische Profil der Partei, die dort stattfindet“, sagte Klingbeil.

Täglich wird geprüft, welche Waffen geliefert werden, aber alles muss mit verschiedenen Behörden und Ländern abgestimmt und koordiniert werden. “Da gehen keine Deutschen alleine hin.”

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Ölembargo gegen Russland

Neben Waffenlieferungen bleiben Sanktionen gegen Russland und politischer Druck wichtig, um Putin täglich vor Augen zu führen, wie sehr er und sein Land sich von ihrem Vorgehen isoliert haben.

Mit Blick auf Preiserhöhungen betonte Klingbeil, es brauche Hilfe, um einkommensschwache Menschen oder Reisende zu entlasten. Journalistin Bethke kritisierte sowohl den 9-Euro-Schein als auch den Tankrabatt scharf. Es gebe keine Differenzierung, kritisierte er. Auch die für das nächste Jahr gesetzte Schuldenbremse kann nicht eingehalten werden. Dienstag um 33.

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