Ukrainekrieg: Die Schweizer Bevölkerung steht hinter der Neutralität

Die Neutralität der Schweiz hat seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine heftige Debatten ausgelöst. Wie sollte sich die Konföderation in diesem Krieg verhalten? Kann es als neutrales Land Waffen über Drittstaaten an die Ukraine liefern? Welche Sanktionen soll die russische Oligarchie für die Schweiz unterstützen? Fragen, die Politiker beantworten müssen.

Nur: Wie denkt die Bevölkerung wirklich über Neutralität? Genau das hat eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts Gallup Schweiz ergeben. 1000 Schweizerinnen und Schweizer wurden befragt, die Ergebnisse sind exklusiv auf SonntagsBlick abrufbar.

Interview mit Sebastian Kurz: „Neutralität heißt nicht, keine Meinung zu haben“ (10:11)

Große Mehrheit für Neutralität

71 Prozent sagen, dass die Beibehaltung der Neutralität besser für die Sicherheit des Landes ist. 88% glauben, dass dies ein wichtiger Teil der Schweizer Identität ist; 76 % glauben, dass Neutralität zu Sicherheit und Stabilität in Europa beiträgt. Doch was meinen Herr und Frau Schweizer wirklich mit diesem abstrakten Begriff?

Für drei Viertel der Befragten ist Neutralität mit der Teilnahme an unbewaffneten Friedensmissionen vereinbar. 67 Prozent glauben, dass ein neutraler Staat sich klar gegen Gewalt in internationalen Konflikten positionieren kann. Die Mitgliedschaft in verschiedenen internationalen Organisationen, sofern es sich nicht um Militärbündnisse handelt, ist zu über 60 Prozent mit Neutralität vereinbar.

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Die Sanktionen sind umstritten

Bei der Verhängung von Wirtschaftssanktionen gehen die Meinungen jedoch auseinander: 57 % der Befragten sind der Meinung, Wirtschaftssanktionen gegen kriegführende Staaten stehen im Einklang mit Neutralität. Etwa die Hälfte der Befragten lehnt die Teilnahme an bewaffneten Friedensmissionen ab.

Auch eine Beteiligung an direkten Waffenlieferungen an Konfliktparteien lehnt eine deutliche Mehrheit ab: 69 Prozent sagen nein. Gleichzeitig bekennen sich 73 Prozent zur „bewaffneten“ Neutralität. Und 38 Prozent der Befragten fordern eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben.

Köppel über Waffenlieferungen: „Neutralität wird aus dem Fenster geworfen“ (01:33)

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