Ukrainekrieg: Opfer sprechen von Vergewaltigung

Im Ukrainekrieg setzten Putins Soldaten wiederholt Vergewaltigungen als Waffe ein. In der „Rundschau“ berichten die Opfer von den Gräueltaten.

Victoria wurde an ihrem 42. Geburtstag während des Ukrainekrieges von einem russischen Soldaten (19 Jahre alt) vergewaltigt. – SRF-Screenshot

Ankündigungen

das Wesentliche zusammengefasst

  • Russische Soldaten haben im Ukrainekrieg wiederholt Vergewaltigungen als Waffe eingesetzt.
  • In der SRF-«Rundschau» erzählen zwei Opfer von ihren schrecklichen Erlebnissen.
  • Ein ukrainischer Historiker kritisiert den Umgang der Regierung mit Verbrechen.

Russische Soldaten gehen im Krieg in der Ukraine brutal vor. Berichte über mutmaßliche Kriegsverbrechen häufen sich: Putins Soldaten töten wahllos Zivilisten und setzen systematische Vergewaltigungen als Waffe ein.

Die Opfer sind traumatisiert. In der SRF-«Rundschau» brechen nun zwei Opfer ihr Schweigen über die Gräueltaten, die ihnen widerfahren sind.

Victoria, 42, lebt in einem Dorf außerhalb von Kiew, das zu Beginn des Krieges besetzt war. Anfang März brachten russische Soldaten sie zum Haus eines Nachbarn.

Die Ukrainerin Victory berichtet der „Rundschau“, wie sie im Ukrainekrieg vergewaltigt wurde. Zuerst schossen russische Soldaten vor den Augen des Mannes ihrer Freundin und vergewaltigten dann die beiden Frauen. „Das war ihnen egal“, sagt der 42-Jährige.

Ein Soldat habe den Mann ihrer Freundin erschossen, berichtet die Ukrainerin. „Ich hatte Angst. Der Soldat hat meine Freundin gepackt und sie vergewaltigt.

Auch Victoria wurde von einem Russen in ein leeres Haus gebracht und vergewaltigt. „Es zwang mich, hässliche Dinge zu tun“, fährt er fort. Der Angreifer war 19 Jahre alt und damit genauso alt wie Victorias Sohn.

Vergewaltigungsopfer: „Ich war taub“

Auch Ilja, 21, aus Kramatorsk, wurde ein Opfer von Putins Soldaten. Er floh mit dem Auto vor dem Ukrainekrieg. Sie wurden an einem Kontrollpunkt angehalten und mussten gehen.

„Sie brachten mich zu einer Hütte neben der Straße“, berichtet der Ukrainer. Dort durchsuchten die Russen sein Handy und fanden Fotos einer Pro-Ukraine-Demonstration und LGBT-Symbole.

Ilya wurde auch während des Ukrainekriegs Opfer sexueller Gewalt. Eigentlich wollte er mit seiner Mutter und seiner Schwester mit dem Zug aus Kramatorsk fliehen, wurde aber bombardiert. Also flüchteten sie mit einem Auto. Russische Soldaten hielten sie jedoch an einem Kontrollpunkt fest.

Dann schlugen sie ihn und steckten ihm ein in Chloroform getränktes Stück Stoff in Mund und Nase. „Ich kam erst an, als ich unerträgliche Schmerzen verspürte“, erklärt er. “Ich lag nackt auf dem Tisch und sie haben mich vergewaltigt.” Die Gesichter der Männer sind ihm ebenso in Erinnerung geblieben wie seine Tätowierungen.

„Irgendwann dachte ich, warum bringst du mich nicht um und beendest den Schmerz?“, sagt Ilya.

Plötzlich ertönten Schüsse, die die Soldaten ablenkten. Ilya stieg wieder ins Auto. Dort fragte ihn seine Mutter, was passiert sei. Aber „er war taub und sprach nicht mehr“, sagt der 21-Jährige.

Nach seinen schrecklichen Erlebnissen schwieg er ganze drei Tage lang. Heute lebt er mit seiner Familie im Ausland und befindet sich in psychologischer Behandlung.

Vergewaltigung als Waffe im Krieg in der Ukraine

Die ukrainische Historikerin Marta Havryshko erzählt der „Rundschau“, wie die Russen Vergewaltigung als Waffe im Ukrainekrieg einsetzten: „Indem Soldaten ihre Frauen vergewaltigen, senden sie eine klare Botschaft an ukrainische Männer: nämlich, dass sie keine echten Männer sind. Weil sie es nicht können.“ beschütze ihre Frauen.” Auch wenn Männer vergewaltigt werden, ist das eine Entmännlichung.

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Havryshko, die selbst geflohen ist, wirft der ukrainischen Regierung vor, Sexualverbrechen als politisches Instrument einzusetzen. Dies, “um die Grausamkeit russischer Soldaten zu betonen”. Den Betroffenen werde „fast keine Hilfe“ angeboten.

Der UN-Hochkommissar untersucht derzeit 124 Sexualverbrechen in der Ukraine. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen.

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