Stand: 03.06.2022 20:51
Millionen Tonnen Getreide sind in ukrainischen Häfen eingeschlossen, weil Russland den Zugang blockiert. Dies hat insbesondere für afrikanische Länder schmerzhafte Folgen. Kremlchef Putin soll nun versprochen haben, einen Export zuzulassen.
Die Auswirkungen des Ukrainekrieges reichen weit über die Grenzen Europas hinaus. Da große Getreidelieferungen ausfallen, droht in einigen Regionen Afrikas eine Hungersnot. Die Afrikanische Union (AU) hofft nun, dieses Szenario zu vermeiden. Russlands Präsident Wladimir Putin soll nach Angaben seines Präsidenten Macky Sall bereit sein, Getreideexporte zuzulassen. Das teilte Sall nach einem Treffen mit dem Kremlchef in Sotschi auf Twitter mit. Russland will den Export von Weizen und Düngemitteln nach Afrika garantieren.
Putin und der senegalesische Präsident Sall trafen sich in Sotschi, um über die Freigabe aller Lebensmittelprodukte und die Aufhebung des russischen Getreideexportverbots zu sprechen. Laut dem Vorsitzenden der AU-Kommission, Moussa Faki Mahamat, der ebenfalls an dem Treffen teilnahm, ist die Aussetzung der Getreideblockade notwendig, um die verheerenden wirtschaftlichen und sozioökonomischen Auswirkungen einer wachsenden Nahrungsmittel- und Energiekrise abzufedern.
Putin: Ukraine soll Minen eliminieren
In hochrangigen Gesprächen bestritt Putin die Verantwortung Moskaus für die Getreideknappheit auf dem Weltmarkt. Die Krise begann bereits vor dem Krieg in der Ukraine, den Putin als spezielle Militäroperation bezeichnete.
Es sei nicht Russland, das den Export von Weizen aus der Ukraine verhindere, sagte der Präsident im russischen Fernsehen. Vielmehr sollte die Ukraine ihre Minen vor ihren Häfen an der Schwarzmeerküste zurückziehen. Das russische Militär werde diese nicht für Angriffe nutzen, versprach Putin. Russland könnte auch die Häfen Mariupol und Berjansk im Asowschen Meer, das es kontrolliert, zur Verfügung stellen.
Kiew traut Moskau nicht
Tatsächlich blockiert die russische Marine ukrainische Häfen. Die Kiewer Führung traut Moskaus Versprechen einer sicheren Passage ukrainischer Schiffe über das Schwarze Meer nicht. Zuvor hatte der Kreml das Ende der Getreideblockade mit der Aufhebung der Sanktionen gegen Russland verknüpft.