Drag Queen Candy Licious liest heute Nachmittag im Rahmen der Vienna Pride Kinderbücher vor.
von Antonio Šećerović, Julia Schrenk
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Die Stadtbibliothek Wien-Mariahilf war am Freitag Ziel eines homophoben Angriffs. Der Haupteingang der Bücherei in der Gumpendorfer Straße wurde von einer rot-weiß-roten “Wand” mit der Aufschrift “No Pride Month” blockiert.
Laut einem Sprecher der Wiener Büchereien handelt es sich um eine „dünne, aufgebrachte Wand“ aus Betonsteinen und PU-Schaum.
Der Angriff auf die Bibliothek steht vermutlich im Zusammenhang mit einer Lektüre der Dragqueen Candy Licious. An diesem Freitagnachmittag liest er drei Kinderbücher: „Julian feiert die Liebe“, „Julian ist eine Meerjungfrau“, „Der verliebte Koch“. In Kinderbüchern werden unterschiedliche sexuelle Orientierungen thematisiert.
Die Polizei bestätigte den Vorfall auf Anfrage des KURIER: „Bisher sind keine Zeugen bekannt. Die Bibliothek wurde vermauert aufgefunden und vermutlich gab es entsprechende Flugblätter“, sagte Sprecher Markus Dittrich.
LVT untersucht Hassreden
Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) ermittelt derzeit gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Wer hinter der Aktion steckt, ist unklar. Allerdings hatten Rechtsextreme bereits im Vorfeld für Anti-Lese-Stimmung gesorgt.
Ob die Polizei bereits in den Tagen vor dem Vorfall ermittelte, konnte aus ermittlungstaktischen Gründen nicht festgestellt werden. „In einer Viertelstunde war alles verschwunden“, sagte ein Sprecher der Wiener Bibliotheken dem KURIER. Ab Freitagmorgen soll die Veranstaltung wie geplant stattfinden.
Zurück: “Aktion ist überrascht”
Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos) zeigte sich am Freitag bestürzt: „Diese Tat ist überraschend und aufs Schärfste zu verurteilen. Unsere Aufgabe ist es, die Vielfalt in unserer Weltstadt jeden Tag zu verteidigen.“ Er sprach von “voller Solidarität mit der gesamten LGBTIQ-Community”. Anfang dieser Woche präsentierte die Wiederkehr Wiens bisher größte Aktion im Rahmen des Vienna Pride.
Ann-Sophie Otte, Präsidentin der Wiener Homosexuellen-Initiative, sagt: „Aktionen wie diese zeigen, warum es den Vienna Pride und die Rainbow Parade noch braucht.“
Kritik an der Lesung kam von der Wiener FPÖ, Mariahilfer Landesrat Leo Kohlbauer sprach von „inakzeptabler Sexualisierungspropaganda“.
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