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221 Betriebe verabschiedeten sich 2021 von Bud. Die Richtlinien gingen zu weit oder nicht genug.
Die Familie Hänni in Noflen (BE) baut seit 50 Jahren Bio-Gemüse an. Es gibt 140 Sorten, aber sie tragen keine Knospe. Hännis gegenüber Bio Suisse: «Bio Suisse ist Betrug: Was in der Werbung verkauft wird, passiert nicht wirklich auf den Höfen. Für mich ist alles, was im Biolandbau verwendet werden kann, ein Kampfmittel gegen die Natur», sagt Bauer Bernhard Hänni.
Aus diesem und anderen Gründen hat er im vergangenen Jahr zusammen mit 220 weiteren Betrieben Bio Suisse verlassen. Ausschlaggebend für viele war, dass sich der Verein im Herbst gegen die Trinkwasserinitiative gestellt hatte. Dass Bio Suisse Subventionen für den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft nicht verbieten will, stimmt Hänni zu, dass das nicht funktioniere.
Jenseits der Realität der Schafzüchter
Anderen Bauern geht Bio Suisse mit ihren Richtlinien zu weit: Helmut Bitz de Gampel (VS) ist Schafzüchter. Laut den ökologischen Richtlinien ist es nicht erlaubt, den Schafschwanz zu kupieren. Auf einem Bergbauernhof, wo Tiere oft Durchfall durch Futter haben, kaum umsetzbar: „Wir müssen aus hygienischen Gründen andocken, sonst werden die Tiere krank, wir können nicht jeden Tag 800 Schafe kontrollieren.“
Deshalb plant Bitz, Bio Suisse zu verlassen, wie etwa 40 andere Schafhalter im Oberwallis. Er wartet aber noch auf eine Zusage des Vereins. „Bisher hat Bio Suisse aber einen weiten Weg zurückgelegt.“
Bildunterschrift: Für die einen eine trügerische Verpackung, für die anderen ein trendiges Konzept: Bio Suisse. Schlussstein
Neue Mitglieder dank Bio-Boom
Aber es gibt auch andere Landwirte, die neu bei Bio Suisse sind. Zum Beispiel Gfellers aus Wichtrach (BE). Sie sind mit dem Ausbruch ab 2020 zertifiziert.
Generell erlebt die Schweiz einen Bio-Boom. Umsatz und Marktanteil von Bio-Lebensmitteln steigen stetig. 2021 stieg die Zahl der Betriebe, die nach Bio Suisse Richtlinien produzieren, um 94 auf 7216.
Das ist für Bio-Suisse-Präsident Urs Brändli erfreulich, aber die Entlassungswelle macht dem Verband auch zu schaffen.