Der See war einst das wichtigste Urlaubsziel der Iraner. Allerdings ist der Wasserspiegel seit 1995 dramatisch gesunken. Die Ursachen waren und sind mehrere Faktoren: eine extreme Hitzewelle, die großflächige Wasserentnahme durch die Landwirte und das Aufstauen von Nebenflüssen.
Hotels und Boote, die einst an der Küste lagen, sind heute Hunderte von Metern vom restlichen Wasser entfernt. Viele Menschen in der Region machen die Behörden für das Verschwinden des Sees verantwortlich.
Getty Images / iStockphoto / Kloeg008 Ein Steg, der nicht mehr ins Wasser trägt
“Der Urmia-See liegt im Sterben”
„Der Urmia-See stirbt, das Parlament ordnet seinen Tod an“, riefen einige Demonstranten bei einem kleinen Protest in der Regionalhauptstadt Urmia. Der Polizeichef warf den Demonstranten aggressives Verhalten und öffentliche Unruhen vor.
Der nahe der Grenze zur Türkei gelegene See war einst ein beliebtes Urlaubsziel der Iraner: Ähnlich wie das Tote Meer galt der mineralstoffreiche Schlamm als gesundheitsfördernd.
“Die Wasserentnahme ist wahnsinnig gestiegen”
“Es ist ziemlich einfach. Die Entnahme von Wasser für den menschlichen Gebrauch ist in einer Zeit anhaltender Dürre verrückt geworden”, sagte Ali Mirchi von der University of Oklahoma letztes Jahr der BBC. Die Dürre war der letzte Auslöser.
Viele der Bewohner lebten vom See und verloren schnell ihre Einnahmequelle. In 20 Jahren ist der See auf ein Zehntel seiner ursprünglichen Größe geschrumpft und im restlichen Wasser blühen Rotalgen. Der Tourismus brach zusammen und die gesamte touristische Infrastruktur begann zu verfallen.
picturedesk.com/Farshid-Motahari Bina Boote für immer gestrandet
Der Gouverneur warnt zudem vor irreparablen Schäden
Der Provinzgouverneur habe vergangene Woche eingeräumt, dass staatliche Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg gebracht hätten, berichtete die BBC. Er warnte vor irreparablen Umweltschäden, wenn der See nicht gerettet werde.
Während die Wasserstände im Vergleich zum Allzeittief etwas höher sind, ist unklar, ob dies auf neuere starke Regenfälle oder staatliche Maßnahmen zurückzuführen ist, sagte die BBC. Der Iran hat in den vergangenen Jahren immer wieder lange Hitzewellen erlebt. Dieses Problem wird sich voraussichtlich verschärfen, wenn sich die Klimakrise beschleunigt.