Es war nur eine Frage der Zeit, bis der größte deutsche Gashändler ins Stolpern geriet. Wie kein anderer Energiekonzern ist Uniper direkt an die Pipeline Nord Stream 1 gekoppelt, von der die Russen mehr als die Hälfte geschlossen haben. Um seinen Lieferverpflichtungen gegenüber Industrie, Stadtwerken und anderen Gasversorgern nachzukommen, muss Uniper große Mengen Gas zu einem Vielfachen der kalkulierten Kosten anderweitig einkaufen, ohne jedoch den Mehrpreis an Ihre Kunden weitergeben zu können.
Das dürfte lange nicht gut gehen und wird auch andere Gasunternehmen einholen. Zwei Wochen nach der Kürzung der Lieferungen nach Russland bittet Uniper als erster Anbieter um staatliche Hilfen, weil ihm das Geld auszugehen droht. Es hätte einen Dominoeffekt mit verheerenden Folgen für den gesamten Gasmarkt.
Wie verzweifelt die Lage ist, zeigt die Tatsache, dass Uniper sich sogar ein Eingreifen des deutschen Staates vorstellt. Der heißeste: Deutschlands größter Gasimporteur gehört einem mehrheitlich in Finnland befindlichen Versorger, der Uniper bereits mit Krediten in Höhe von 8 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen hat und nun den Bund in der Verantwortung seiner Tochter sieht.
Berlin hat sich teilweise in die schwierige Lage manövriert. Am Gasmarkt herrscht seit einer Woche Alarmstufe, tatsächlich hat sich dadurch aber nichts geändert. Dazu müsste eine Klausel aktiviert werden, die es den Kunden erleichtert, die höheren Anschaffungskosten weiterzugeben.
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Markus Theurer
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Natürlich hat die Regulierung, die nur mit heißer Nadel gewebt wird, ihre Tücken. Unterschiedliche Kundengruppen wären sehr unterschiedlich betroffen und die Preise wären schwer steuerbar. Ohne Nachjustierung geht es nicht.
Grundsätzlich darf man den Preismechanismus aber nicht wirken lassen: Knappheitserscheinungen müssen dort ankommen, wo Gas gespart werden kann, und die sozialen Folgen müssen gezielt durch gesellschaftspolitische Instrumente ausgeglichen werden.