Uniper-Mitarbeiter warnen vor einer Trennung

Der am stärksten betroffene deutsche Gasimporteur Uniper fordert staatliche Eingriffe zur Rettung des Unternehmens. Unmittelbar nach Verabschiedung des neuen Energiesicherheitsgesetzes (ENSIG) hat der Konzern bei der Bundesregierung einen Antrag auf Stabilisierungsmaßnahmen gestellt. Dies sei ein „relevantes Engagement der Bundesregierung“, sagte Ratspräsident Klaus-Dieter Maubach. “Das ist jetzt der Weg, den wir bereit sind zu gehen.”

Aufgrund von Lieferengpässen in Russland muss Uniper Gas anderswo zu extrem hohen Preisen einkaufen, um seine Verträge mit Industriekunden, kommunalen Unternehmen und Kraftwerksbetreibern erfüllen zu können. Weil Uniper die Mehrkosten bisher nicht weitergeben konnte, droht dem Unternehmen das Geld auszugehen. Die Anschaffung eines Ersatzes kostet jeden Tag durchschnittlich mehrere Millionen Stellen. „Das können wir nicht lange durchhalten“, sagte Maubach.

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) versprach Hilfe. „Wir werden nicht zulassen, dass ein systemrelevantes Unternehmen bankrott geht und dadurch der globale Energiemarkt in Turbulenzen gerät“, sagte er in Berlin. Mehrere Stabilisierungsoptionen würden geprüft. Neben Uniper verhandelt auch die finnische Muttergesellschaft Fortum, die 78 Prozent der Anteile hält, mit der Bundesregierung. Es ist die Gründung einer „Versorgungssicherheitsgesellschaft“, in der die „systemkritischen deutschen Geschäftsaktivitäten“ gebündelt werden müssen, um sie in das Eigentum des Bundes zu überführen.

„Kontraproduktiv für die Gasversorgung“

Die Aktie der Uniper-Mitarbeiter widerspricht den Plänen des finnischen Großaktionärs Fortum. „Wir haben uns von Anfang an gegen die Übernahme von Fortum gewehrt, weil wir befürchteten, dass das Unternehmen auf Kosten der deutschen Standorte und Mitarbeiter zusammenbrechen würde Konzernbetriebsausschuss, in der FAZ.


Auch für die Gasversorgung ist der Vorschlag kontraproduktiv. Eine solche Konzernsanierung mit Trennung deutscher Teilgesellschaften, wie sie Fortum vorschlägt, „könnte die Handlungsfähigkeit des Unternehmens inmitten der Energie- und Gaskrise blockieren. Das kann niemand wollen“, warnte Seegatz. „Für die Stabilität des Unternehmens und damit der Gasversorgung brauchen wir eine Mehrheitsbeteiligung des Bundes. Wenn der Bund das Unternehmen übernehmen soll, muss ihm künftig auch das Wort erteilt werden.“

Aus Arbeitersicht muss die Gruppe als Einheit bestehen bleiben. Uniper besitzt nicht nur das Gasgeschäft, sondern auch ein breites Spektrum an Stromerzeugung, darunter Kernkraftwerke in Schweden sowie Gas und Kohle in Russland und anderen europäischen Ländern. Uniper ist zudem einer der größten LNG-Händler und baut derzeit ein schwimmendes Terminal für Importschiffe. „Uniper ist regional und aus gutem Grund in seinen Geschäftsfeldern sehr gut aufgestellt. Diese Vielfalt bringt Stabilität“, sagte Seegatz.


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