Unter 30 Prozent? Der ÖVP droht ein historisches Debakel in Tirol

Rund zwei Monate vor der vorgezogenen Landtagswahl in Tirol am 25. September deutet eine ÖVP-Umfrage auf ein historisches Debakel hin. Eine Reihe von Meinungsforschern hat die ÖVP bereits massiv fallen sehen, aber keine zuvor veröffentlichte Umfrage hatte das Ergebnis ein oder zwei nach oben gehoben.

Laut einer „IMAD“-Umfrage im Auftrag der Tiroler Ausgabe der „Kronen Zeitung“ kommt die ÖVP derzeit nur auf 29,1 Prozent der Stimmen. Das sind 15 Prozentpunkte weniger als 2018, als die ÖVP 44,3 Prozent erreichte.

Laut Umfrage können weder die Roten noch die Blauen vom Absturz der ÖVP profitieren, im Gegenteil: Der Chef der Tiroler SPÖ, Georg Dornauer, hat sogar ein leichtes Minus, die SPÖ fällt von 17 auf 15 Prozent. Die FPÖ kommt laut IMAD auf 15 Prozent, wodurch die SPÖ auf Platz drei abrutschen könnte.

Auf dem Weg zum Sieg

Wer profitiert? Zum einen legen die Neos laut Umfrage von fünf auf zwölf Prozent zu. Auch Fritz’ Liste kann mit einer Verdopplung rechnen, laut Angaben soll sie um fünf bis zehn Prozent steigen. Auch die Grünen, der aktuelle Koalitionspartner der ÖVP, liegen leicht im Plus: Sie könnten sich von elf auf 13 Prozent verbessern.

MFG (2,5 %) und KPÖ (2,3 %) dürften keine Hoffnung auf den Einzug in den Tiroler Landtag haben. Für sie dürfte die Fünf-Prozent-Hürde zu hoch sein. Die Schwankungsbreite lag bei +/- 3,9 Prozent. Vom 22. bis 25. Juli wurden 600 Personen vom Innsbrucker Marktforschungsinstitut befragt.

Nehammer unterstützt Mattle

Die Tiroler ÖVP erzielte 2013 mit 39,4 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis aller Zeiten. Bei der Landtagswahl 2018 gewann Landeshauptmann Günther Platter mit Unterstützung des damaligen Bundeskanzlers Sebastian Kurz 44,26 Prozent. Platter tritt bei der laufenden Wahl nicht mehr an, kündigte Mitte Juni seinen Rücktritt an und benennt Wirtschaftsminister Anton Mattle als Spitzenkandidaten für die Wahl am 25. September. ÖVP-Chef Karl Nehammer reiste kürzlich zum Parteitag, um Anton Mattle zu unterstützen.

Nur dreigliedrige Koalitionen

Sollte sich die Umfrage am Wahltag bewahrheiten, wäre ein Weiterregieren von Schwarz und Grün mangels Mehrheitsmandat nicht mehr möglich. In der nächsten Tiroler Landesregierung sollen mindestens drei Parteien vertreten sein. Von den 36 Sitzen im Landtag gingen 11 an die ÖVP (aktuell: 17), je 6 an die FPÖ (5) und SPÖ (6), 5 an die Grünen (4) und je 4 an die NEOS (2). Liste Fritz (2) .

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