Urteil: Lebenslänglich nach Doppelmord in Fischerhude Weitere Nachrichten aus der Region Weitere Nachrichten aus Niedersachsen

Stand: 28.12.2022 20:44 Uhr

Vor genau einem Jahr wurde ein 65-jähriger Mann wegen Doppelmordes im Künstlerdorf Fischerhude zu lebenslanger Haft verurteilt.

Auch das Amtsgericht Verden stellte am Mittwoch fest, dass die Schuld besonders schwer sei, was eine vorzeitige Entlassung ausschließe. Er befand den finanziell gescheiterten Pferdezüchter für schuldig, am 28. Dezember 2021 in Fischerhude bei Bremen eine 73-jährige Frau und ihren 56-jährigen Sohn in heimtückischer Weise und aus triftigen Gründen erschossen zu haben. Bei den Toten handelt es sich um die Mutter und den Bruder eines ehemaligen Geschäftspartners und Freundes des Angeklagten. Eine Frau, die am Tatort war, jetzt 54, wurde in den Kopf geschossen und überlebte mit schweren Verletzungen.

VIDEO: Prozess nach Doppelmord in Fischerhude (13.06.2022) (1 min)

Das Gericht schließt sich der Einschätzung der Staatsanwaltschaft an

Die regionale Anhörung folgte mit ihrem Urteil den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte argumentiert, ihr Mandant habe in einem Wutanfall gehandelt und eine Freiheitsstrafe unter lebenslanger Haft sei angemessen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Besitzer des Gestüts hatte Rückenschützen veranstaltet

Die Tat hatte laut Staatsanwältin Annette Marquardt Vorläufer, die sich nicht in Fischerhude, sondern auf einem Hengsthof bei Wehldorf im Kreis Rotenburg (Wümme) ereignet haben. Der Sträfling hatte für seinen Hof in Lilienthal Konkurs anmelden müssen. Der Besitzer von Wehldorfs Hengst bot seine Hilfe an. Es nahm vorübergehend den Mann, seinen viel jüngeren Partner und zwei kleine Kinder auf. Aber der Sträfling fungierte als Chef des Ofens und nutzte die Großzügigkeit des Gastgebers. In dem Prozess hieß es, der Eigentümer soll seinen insolventen Gast mit bis zu 100.000 Euro unterstützt haben.

Streitigkeiten belasten die Beziehung

Der Sträfling beschuldigte seinen Partner, eine Affäre mit dem Besitzer des Gestüts zu haben, sagte Marquardt; Ob dieser Zusammenhang bestand, ließen die Beteiligten offen. Nach langen Diskussionen wurde der Gast am 3. Dezember 2021 von der Farm geräumt. Erst am Heiligen Abend durfte er mit seinen Kindern und Ex-Partnerin zurückkehren.

„Hass und Rache“ als Mordmotiv

Vier Tage nach Heiligabend habe er Mutter und Bruder des Hengsthalters aus “Hass und Rache” erschossen, sagte die Staatsanwaltschaft. Diese hatten in dem Streit zuvor eine eher marginale Rolle gespielt. Der überlebende Zeuge sagte am zweiten Verhandlungstag, der Angeklagte habe “gelacht, die Hand in die Tasche gesteckt, gezielt und geschossen”. Ich war überhaupt nicht aufgeregt oder nervös. „Er war so nett, so freundlich, so ruhig“, sagte der 54-Jährige, der den Fremden ins Haus ließ, weil er den Spitznamen des Besitzers kannte. Er war zur Tatzeit nicht im Haus.

Die Täter täuschen die Polizei

Der Angeklagte stellte sich einen Tag später der Polizei Lilienthal. Es führte dazu, dass Polizeitaucher die Wümme nach der Tatwaffe absuchten, Medienberichten zufolge eine slowenische Pistole mit Schalldämpfer. Der Deutsche wusste, dass er sich in einem Schuppen versteckte. Auf Vernehmung gab der 65-Jährige die tödlichen Schüsse zu. Sie behauptete jedoch, der Besitzer des Hengstes habe sie angestiftet. Der Staatsanwalt sagte dieses Unglaubliche: Der Angeklagte wollte nur seinen Feind wieder verletzen. Während des gesamten Verfahrens vor dem Amtsgericht Verden schwieg der Mann bis auf ein kurzes letztes Wort.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 28.12.2022 | 19:30 Uhr

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