Vergewaltigung und Kinderpornografie Die Polizei ermittelt gegen 70 Verdächtige
27. Mai 2022, 18:46 Uhr
Bei einem Prozess gegen Sexualstraftäter in Berlin entdecken Beamte eine Liste mutmaßlicher Pädophiler. In insgesamt 14 Bundesländern wird gegen Dutzende Verdächtige ermittelt.
Die Kölner Polizei ermittelt gegen 70 Verdächtige, die zahlreiche Fotos und Videos von sexuell missbrauchten Babys und Kleinkindern besessen und ausgetauscht haben sollen. Ausgangspunkt sei ein Verfahren in Berlin, sagte ein Polizeisprecher. Bei Ermittlungen in der Hauptstadt wurde in Nordrhein-Westfalen ein Mann aus Wermelskirchen entdeckt, der Listen über mutmaßliche Pädophile führte. Er soll auch selbst Kinder sexuell missbraucht haben und sitzt in Untersuchungshaft.
In Deutschland wird in 14 Bundesländern gegen die Verdächtigen ermittelt. Neben Fotos und Videos sollen einige dieser Männer Kinder vergewaltigt haben. Die Polizei Köln hat eine „Besondere Organisationsstrukturliste“ (BAO-Liste) erstellt. Weitere Details, Zahlen und Hintergründe zu den Ermittlungen wollen Staatsanwaltschaft Köln und Polizei am Montagmorgen auf einer Pressekonferenz nennen.
In Nordrhein-Westfalen gab es in den vergangenen Jahren mehrere Tatkomplexe mit schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern. Ermittlungen in den Anlagen Bergisch Gladbach und Münster folgten dem Missbrauch des Campingplatzes Lügde im Kreis Lippe.
Im Fall Bergisch Gladbach haben Ermittler 65 Kinder aus der Gewalt von Sexualstraftätern befreit. Seit seinem Start im Herbst 2019, ausgehend von einem Familienvater in Bergisch Gladbach, hat „BAO Berg“ ein weitverzweigtes Netzwerk von schwerem Kindesmissbrauch aufgedeckt. Bundesweit gab es (Anfang 2022) 439 Verdächtige und 27 Festnahmen. In dem 2020 entdeckten Missbrauchskomplex in Münster wurden Kinder in einem Wachposten und anderswo vergewaltigt. Bisher hat die Polizei mehr als 30 Opfer identifiziert und mehr als 50 Verdächtige ausfindig gemacht, von denen einige bereits verurteilt wurden.