Stand: 27.06.2022 13:45 Uhr
Die NATO will die Zahl ihrer schnellen Eingreiftruppen von etwa 40.000 auf mehr als 300.000 Soldaten erhöhen. Das teilte Generalsekretär Stoltenberg vor dem Gipfel in Madrid mit.
Wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine will die Nato “mehr als 300.000 Soldaten” verstärkt in Einsatzbereitschaft bringen. Das teilte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel mit. Ihm zufolge wollen die Staats- und Regierungschefs der 30 Länder des Bündnisses beim nächsten Bündnisgipfel in Madrid entscheiden.
Teil des neuen Forces-Modells
Bis heute hatte die NRF-Eingreiftruppe der NATO etwa 40.000 Soldaten. Die geplante Umstrukturierung der NRF ist Teil eines neuen Streitkräftemodells für das gesamte Gebiet des Bündnisses. Dies sorgt für mehr Einsatzkräfte in höchster Alarmbereitschaft.
Darüber hinaus müssen Kräfte auch bestimmten Bereichen zugeordnet werden. Das bedeutet, dass deutsche Soldaten darauf programmiert werden könnten, litauische Truppen im Falle eines russischen Angriffs zu unterstützen.
Laut Stoltenberg sollen die Änderungen auf dem Madrider Gipfel beschlossen werden. Bild: REUTERS
In Friedenszeiten unter nationalem Kommando
In Friedenszeiten sollen Truppen unter nationalem Kommando stehen, könnten dann aber im Ernstfall vom Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte in Europa angefordert werden. Die Truppen hätten auch feste Stunden für die Einsatzbereitschaft.
Es wird argumentiert, dass einige Einheiten innerhalb von maximal zehn Tagen, andere innerhalb von 30 oder 50 Tagen verlegefertig sein sollten. Einzelheiten für Notfälle sollten in den neuen regionalen Verteidigungsplänen festgelegt werden, die nächstes Jahr fertig sein sollen.