Vinzidorfer Widerstand formiert sich gegen obdachlose Anlagen

Der Widerstand gegen das geplante Projekt eines Vinzi-Dorfes neben dem Pradler-Friedhof wächst, ebenso wie Beschwerden bei den Verantwortlichen des Projekts. Kaum jemand erhielt den Newsletter, der an mehr als 260 Haushalte verteilt worden sein soll.

INNSBRUCK. Mit dem sogenannten Vinzidorf möchten die Vinzenz-Gemeinde, das Rote Kreuz und der Obdachlosenverein 20 Langzeit-Obdachlosen ein menschenwürdiges Dach bieten. Der geplante Standort neben dem Pradlerfriedhof steht für Anwohner außer Frage: „Wohnungslose Einrichtung ja, aber nicht hier“, lautet der Tenor. Doch nicht nur die Lage stört Nachbarn, die sich nun wehren wollen. An einer Informationsveranstaltung vor einigen Wochen nahmen die Anwohner nicht teil, weil das entsprechende Rundschreiben an weit weniger Haushalte verteilt worden sei als die Projektverantwortlichen. Zudem gibt es bereits eine Unterschriftenliste gegen das geplante Projekt, das auf Grundstücken der Abtei Wilten errichtet werden muss und aus Solidaritätsgründen dem Projekt Vinzidorf zur Verfügung gestellt wird. Eine dieser Unterschriftenlisten mit etwa 20 Namen wurde bei einer örtlichen Gemeindeversammlung vorgestellt, mit dem Hinweis, dass es noch einige mehr mit mehr als hundert Namen gebe.

Kritik an Plänen und Obdachlosen

Eine Nachbarin erklärt, „dass sie ihre Kinder nicht mehr vor die Tür lassen kann, wenn hier Obdachlose wohnen. Warum nicht so eine Anlage draußen neben dem TEN bauen, da ist genug Platz.“ Unverständlich sei auch, dass hier Menschen versorgt würden, ohne einen Finger rühren zu müssen, heißt es in einer anderen Anklageschrift. Andere wiederum sind gegen das Projekt, sehen aber vor allem die Art der Kommunikation als problematisch an und wünschen sich eine weitere Veranstaltung, zu der alle Nachbarn eingeladen werden und nicht nur wenige. Stadtrat Gerald Depaoli, der der Einladung der Anwohner folgte, versprach, sich mit den Projektverantwortlichen in Verbindung zu setzen und eine weitere Veranstaltung am geplanten Projektstandort vorzuschlagen.

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