Lea Hartmann (Text) und Philippe Rossier (Fotos)
Mal frustriert Viola Amherd (59). Da starker Regen vorhergesagt war, musste der Bundesrat kurz vorher in Davos eine Limousine erwischen, anstatt mit dem Super Puma ins Landwassertal zu fliegen. Was gut für das Wetter ist, aber nicht für den Zeitplan. Der Besuch bei der Truppe, der eigentlich Teil des WEF-Besuchs eines Verteidigungsministers ist, ist buchstäblich gescheitert.
Amherd begegnete noch einigen Männern in Tarnanzügen. Das Nationalteam der Militärköche ist derzeit im House of Switzerland und kocht für Bundesräte und ihre Gäste. Auch Amherd und seinem prominentesten Gesprächspartner an diesem Tag, Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg (63), wurde zum Mittagessen ein Menü der besten Köche der Armee serviert.
NATO-Empfang im Eisstadion
Viel Zeit zum Genießen blieb den beiden jedoch nicht. Unmittelbar nach seinem Auftritt vor der WEF-Community im Kongresszentrum eilte Stoltenberg ins Eisstadion in Davos, das während des Forums zum House of Switzerland wurde. In einem Raum mit Blick auf die blau-gelben Klappsitze des HCD-Stadions sprachen der Nato-Chef und der Bundesrat über die Folgen des Ukraine-Krieges für die europäische Sicherheitsarchitektur und die Zusammenarbeit zwischen der Nato und der Schweiz. Im Vorfeld des Gipfels, an dem auch Pälvi Pulli, 52, Chef der Sicherheitspolitik des Verteidigungsministeriums, teilnahm, sagte Amherd, er wolle Möglichkeiten für die Schweiz ausloten, die Zusammenarbeit mit der Schweizer NATO zu vertiefen.
Fazit des halbstündigen Gesprächs: Es gibt Möglichkeiten, aber was genau muss die Schweiz jetzt für sich entdecken. Stoltenberg sagte, die NATO sei offen für eine engere Zusammenarbeit, fasste Amherd zusammen. „Für ihn ist klar, dass die Initiative aus der Schweiz kommen muss. Wir müssen sagen, wo wir eine engere Zusammenarbeit sehen.“ Im Herbst sollen konkrete Vorschläge auf dem Tisch liegen.
Das sind die Highlights der letzten beiden Tage des WEF
Bundeskanzler Olaf Scholz (63) wird mit seinem Auftritt am Donnerstag das diesjährige Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos beschließen. Davor stehen am Mittwoch noch einige andere wichtige Themen auf der Tagesordnung: zum Beispiel der Kampf gegen die Hungersnot, die auf viele Länder zukommt. Welche Schritte sollten jetzt unternommen werden, um eine Katastrophe zu verhindern, die durch den Krieg in der Ukraine und den Klimawandel angeheizt wird? Die gleiche Frage lässt sich auch zu Corona stellen, die spätestens im Herbst wieder relevant sein könnte. Pfizer-CEO Albert Bourla (60) könnte im Gespräch mit WEF-Gründer Klaus Schwab (84) Antworten geben. Auch Microsoft-Gründer Bill Gates (66), der zu den Stammgästen des WEF gehört, wird sich heute sicher zur Pandemie äußern.
Alles rund um das WEF Davos auf Blick.ch.
Bundeskanzler Olaf Scholz (63) wird mit seinem Auftritt am Donnerstag das diesjährige Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos beschließen. Davor stehen am Mittwoch noch einige andere wichtige Themen auf der Tagesordnung: zum Beispiel der Kampf gegen die Hungersnot, die auf viele Länder zukommt. Welche Schritte sollten jetzt unternommen werden, um eine Katastrophe zu verhindern, die durch den Krieg in der Ukraine und den Klimawandel angeheizt wird? Die gleiche Frage lässt sich auch zu Corona stellen, die spätestens im Herbst wieder relevant sein könnte. Pfizer-CEO Albert Bourla (60) könnte im Gespräch mit WEF-Gründer Klaus Schwab (84) Antworten geben. Auch Microsoft-Gründer Bill Gates (66), der zu den Stammgästen des WEF gehört, wird sich heute sicher zur Pandemie äußern.
Alles rund um das WEF Davos auf Blick.ch.
Stoppen Sie den Raclette-Roboter
Der Verteidigungsminister sprach sich klar für indirekte Waffenlieferungen an die Ukraine aus. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte am Montag am WEF eindringlich die Herausgabe von Waffen, und der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck (52) setzte die Schweiz unter Druck, Munition für Cheetah-Panzer zu liefern, die sie in die Ukraine liefern wollen. Ohne sie sind deutsche Panzer für die ukrainische Armee nutzlos. Doch aus Amherds Sicht gibt es hier keinen Handlungsspielraum. „Das Neutralitätsgesetz verbietet auch indirekte Lieferungen“, sagte er. “Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Bundesrat anders als das Gesetz entscheiden würde.”
Nach dem Treffen mit dem NATO-Chef machte der Verteidigungsminister ein Raclette mit Desserts. Vor der Casa de Suisse duftet es seit Mittag nach Käse: Zwei Walliser haben einen selbst entwickelten Raclette-Roboter aufgestellt, der automatisch eine Portion nach der anderen schmilzt. Walliserin Amherd ließ es sich nicht nehmen. Bevor er sich unter anderem mit dem niederländischen Verteidigungsminister traf, machte er Station bei „Roboclette“.
Drei Monate Krieg in der Ukraine: Selensky erwartet schwierigere Wochen (02:18)