Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei, aber das nächste Virus sorgt bereits für Unbehagen: das Affenpockenvirus. Sind Viren, insbesondere solche, die von Tieren auf Menschen überspringen, die neue Normalität? Das nicht, sagt Epidemiologe Christian Althaus im Gespräch mit dem Tages-Anzeiger. Aber wir müssen auf weitere Pandemien warten. „Und das Risiko steigt“, sagt Althaus.
Die Pocken des Affen breiten sich aus: Das ist die Quelle des Virus (04:22)
Das ist nichts Neues, das ist seit Jahrzehnten bekannt. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein neues Kronenvirus auftaucht, das schwere Krankheiten verursachen und sich schnell ausbreiten könnte“, sagt Althaus. Als Sars-CoV-2 im Januar 2020 auftauchte, war es wie aus dem Lehrbuch.
Die Gründe für neue Pandemien
Althaus nennt vier Gründe, warum diese Pandemien häufiger werden:
- Es gibt viel mehr Menschen auf der Welt und sie sind auch mobiler. Dadurch steigt das Risiko, dass ein Erreger vom Tier auf den Menschen übergeht und sich schnell ausbreitet.
- Auch große Rinderherden erhöhen das Risiko einer Übertragung vom Tier auf den Menschen.
- Menschen dringen zunehmend in unberührte Lebensräume wie den Dschungel ein, wo sie mit für sie neuen Krankheitserregern in Kontakt kommen.
- Der Klimawandel führt dazu, dass Tiere heute an Orten zu finden sind, an denen sie vorher nicht überleben konnten, wie die Tigermücke oder Fledermäuse in Afrika, die oft gefährliche Krankheitserreger übertragen.
Laut Althaus haben insbesondere Grippeviren und die Krone Südostasiens das Potenzial, eine Pandemie auszulösen. Es gibt jedoch genaue Verfolgungssysteme mit Gefahrenkarten, da Sie wissen, wo diese endemischen Viren in Fledermäusen zirkulieren und wo es Wildtiermärkte gibt.
Erleben dank Corona
Pandemien seien laut Althaus nicht zu verhindern. Aber sei vorbereitet. Aufgrund des technologischen Fortschritts sei das heute viel einfacher als noch vor 20 Jahren: „Mit PCR oder Schnelltests können wir das Virus in großem Umfang nachweisen. Und es gibt eine sehr schnelle Entwicklung von Impfstoffen mit mRNA-Technologie.“
In den kommenden Jahren wird es immer mehr Möglichkeiten geben, Pandemien zu kontrollieren und zu bekämpfen. „Mit der jetzt vorliegenden Erfahrung werden wir in Zukunft deutlich früher als im Januar 2020 reagieren können und bewährte Maßnahmen voraussichtlich schneller und gezielter einsetzen.“ (sf)
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