Viruserkrankung: BAG meldet dritten Pockenfall im Kanton Zürich

Gepostet am 26. Mai 2022, 21:58 Uhr

Das Bundesamt für Gesundheit meldet einen neuen Fall von Affenpocken. Diesmal ist eine Person aus dem Kanton Zürich betroffen. Das ist der dritte Fall innerhalb einer Woche.

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Während frühere Fälle von Affenpocken außerhalb Afrikas immer Reisen in Gebiete, in denen die Krankheit endemisch ist, oder Kontakt mit Reiserückkehrern oder kontaminiertem Material beinhalteten, ist dies anders.

WHO / Nigeria Center for Disease Control

Es ist das erste Mal, dass in Europa und den Vereinigten Staaten Infektionsketten von Affenpocken ohne bekannte Verbindung zu West- oder Zentralafrika beobachtet wurden. Laut dem Berliner Immunologen Leif Erik Sander gab es am Freitag „108 (Verdachts-)Fälle in zehn Ländern außerhalb Afrikas“.

Twitter.com/@Sander_Lab

Esther Künzli, Assistenzärztin am Schweizerischen Institut für Tropen- und Public Health, sieht keinen Grund zur Panik: „Nach aktuellem Wissensstand reißen die Infektionsketten mit dem Affenpockenvirus relativ schnell ab, und es gab sehr wenige sogenannte Tertiärfälle, also Fälle, in denen der zweite Infizierte einen Dritten ansteckt.“

Mimmo Muscio

Das Bundesamt für Gesundheit meldete am Donnerstagabend den dritten Fall der Affenpocken, diesmal im Kanton Zürich. Dies ist der dritte Fall in der Schweiz.

Am Dienstag wurde ein Fall von Pocken im Kanton Genf bestätigt. Der Infizierte war aus Spanien zurückgekehrt. Sie wurde isoliert, aber es war kein Krankenhausaufenthalt erforderlich, teilte das Genfer Gesundheitsministerium mit. Das BAG hatte zuvor einen ersten Fall im Kanton Bern gemeldet.

Menschen mit Symptomen sollten einen Arzt aufsuchen

Wenn Sie Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen, Schwäche oder Hauterkrankungen haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wie von den Gesundheitsbehörden empfohlen. „Die Erkrankung verläuft in der Regel mild“, so das BAG weiter.

Die Krankheit wird durch Tropfen übertragen. Nach einer Infektion dauert es in der Regel mehrere Tage, bis Symptome auftreten. Experten zufolge sollten Infizierte isoliert werden, bis die Bläschen auf der Haut verkrustet sind. Das zur Behandlung eingesetzte antivirale Medikament Tecovirimat ist laut NZZ am Sonntag in der Schweiz nicht zugelassen.

Aktuell rät das Bundesamt für Gesundheit dazu, nach Reisen aus einem Risikogebiet (West- und Zentralafrika) den Gesundheitszustand zu überwachen. Verdachtsfälle sollen dann isoliert, getestet und umgehend den Kantonsärzten und dem BASP gemeldet werden. Die Dauer der Isolation wird in Absprache mit den Kantonsärzten festgelegt.

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