Gepostet am 14. Juni 2022, 15:56 Uhr
Wenn eine Situation ernst wird, beruft die WHO den Notfallausschuss ein. Er entscheidet, ob er bei allen Alarm schlägt. Im Fall der Affenpocken muss der Ausschuss nun nächste Woche beraten.
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780 bestätigte Fälle in 27 Ländern: Das ist der Stand nach einem Monat Pockenausbruch außerhalb Afrikas.
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Die Krankheit wird durch Tropfen übertragen. Nach einer Infektion dauert es in der Regel mehrere Tage, bis Symptome auftreten.
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Aufgrund von Pockenfällen in vielen Ländern beruft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt den Notfallausschuss ein.
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WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hat aus Sorge über die weltweit wachsende Zahl von Pockenfällen einen Notfallausschuss für nächste Woche einberufen. Der Ausschuss muss entscheiden, ob es sich wie bei Corona um einen „Gesundheitsnotstand von internationalem Interesse“ (PHEIC) handelt. Das Notfallkomitee soll am 23. Juni zusammentreten, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag mit.
Die Notstandserklärung ist die höchste Alarmstufe, die die WHO verhängen kann. Diese Aussage hat keine direkten praktischen Konsequenzen, sondern soll die Mitgliedsländer wachrütteln. Seit Ende Januar 2020 herrscht wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 Notstand.
1600 Fälle und 1500 Verdachtsfälle
Bis Dienstag hatte die WHO weltweit mehr als 1.600 Pockenfälle und etwa 1.500 Verdachtsfälle in 39 Ländern gemeldet. In 32 dieser Länder waren vor Mai keine Fälle bekannt. In sieben weiteren afrikanischen Ländern grassiert das Virus seit Jahrzehnten. Bisher wurden 72 Todesfälle in afrikanischen Ländern gemeldet. Die WHO untersucht einen möglichen Pockentod des brasilianischen Affen, sagte Tedros.
Die WHO befasse sich mit drei Bereichen, sagte Tedros: Das Virus verhalte sich ungewöhnlich, immer mehr Länder seien betroffen und daher sei eine koordinierte Reaktion erforderlich. Tedros betonte jedoch, dass sich Experten des Notfallkomitees mit der Angelegenheit befassen und noch nicht entschieden haben, ob sie es für notwendig halten, den Notfall auszurufen.
„Wir wollen nicht warten, bis die Situation außer Kontrolle geraten ist“, sagte WHO-Spezialist Ibrahima Socé Fall. Das Komitee bringt Experten zusammen, die mit der Krankheit besonders vertraut sind. Er könne die WHO am besten beraten, welche Maßnahmen zu ergreifen seien, sagte Fall.
Die WHO-Expertin Rosamund Lewis betonte, dass die WHO den Mitgliedsländern bereits eine Fülle technischer Ratschläge zur Behandlung von Affenpockenfällen gegeben habe. „Das Wichtigste ist, das Bewusstsein zu schärfen, damit die Menschen ihr eigenes Risiko einschätzen können“, sagte Lewis.
In etwa 1 von 100 Fällen tödlich
Obwohl sich Menschen, die mit Affenpocken infiziert sind, innerhalb weniger Wochen erholen, kann die Krankheit etwa einen von 100 Menschen töten. Die Genfer Virologin Isabella Eckerle hält die “leichte” Zuschreibung deshalb für “sehr irreführend”. Sie verteidigt die Bezeichnung „
Bei sommerlichen Großveranstaltungen wie Festivals ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch. Laut BAG können die Pocken des Affen “durch engen Kontakt mit einer infizierten Person stattfinden”. Sex und Küssen braucht es nicht: «Das Affenpockenvirus kann von Mensch zu Mensch durch infektiöse Tropfen oder Körperausscheidungen oder durch kontaminierte Oberflächen übertragen werden», sagt Esther Künzli, Assistenzärztin am Schweizerischen Institut für Tropen und Public Health, 20 Jahre alt. Protokoll. „Dies erfordert jedoch einen engen Kontakt zu Infizierten über einen längeren Zeitraum.“ Windpocken sind prinzipiell viel weniger leicht von Mensch zu Mensch übertragbar als beispielsweise Masern, Windpocken oder gar Covid-19.
(DPA / bre)