Stand: 16.06.2022 22:05
Spanien will für den Herbst genügend Impfstoff zur Verfügung stellen, damit die gesamte Bevölkerung zum zweiten Mal gegen das Corona-Virus geimpft werden kann. Italien weitet derweil die Maskenpflicht aus.
Spanien will der gesamten Bevölkerung einen zweiten Schubs gegen das Coronavirus geben. Dies wurde von der für Fragen der öffentlichen Gesundheit zuständigen Kommission entschieden, sagte Gesundheitsministerin Carolina Darias gegenüber La Sexta. Die vierte Impfdosis soll voraussichtlich im Herbst für alle verfügbar sein.
Die geplanten neuen Impfstoffe werden laut Darias an die neuesten Varianten des Virus angepasst. Risikogruppen wie ältere Menschen oder Menschen mit schwachem Immunsystem können nun ihre zweite Auffrischungsimpfung erhalten.
Hohe Impfbereitschaft im Land
Als letzte Auflage von Corona gilt in Spanien weiterhin eine Maskenpflicht sowohl im öffentlichen Nahverkehr als auch in Gesundheitszentren und Pflegeheimen.
Das Land hat eine hohe Impfrate, größere Proteste gegen die Impfkampagne gab es nicht. Wie Gesundheitsminister Darias vergangene Woche mitteilte, sind 92,6 % der Menschen ab zwölf Jahren geimpft. Nahezu gleich hoch ist der Anteil der Aufsteiger in der Altersgruppe ab 70 Jahren.
Deutschland empfiehlt seit langem eine vierte Impfung
In Deutschland sind die Werte deutlich niedriger. Doch wie die spanischen Behörden empfiehlt auch die Ständige Impfkommission (STIKO) bereits eine zweite Verstärkung für Risikogruppen. Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach riet am Mittwoch allen, eine vierte impfen zu lassen. Grund dafür war der Anstieg der Infektionszahlen.
„Wer freiwillig drinnen und mit einer vierten Impfung eine Maske trägt, kann sich den Sommer deutlich besser machen“, sagte Lauterbach dem ZDF. Bereits Ende August erwartet der Minister an die Omicron-Variante angepasste Impfstoffe.
Italien weitet die Maskenpflicht auf öffentliche Verkehrsmittel und Kliniken aus
Wie in Deutschland und Spanien wird auch in Italien in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bussen, U-Bahnen und Zügen ein Mund-Nasen-Schutz benötigt. Die Regierung von Rom verlängerte die entsprechende Regel bis Ende September. Die Regelungen gelten auch für Krankenhäuser und Pflegezentren.
Ausgelaufen ist hingegen die Maskenpflicht in Kinos, Theatern oder Indoor-Sportveranstaltungen. Damit sind in dem Mittelmeerland die meisten Beschränkungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus aufgehoben.
Gleichzeitig verzeichnete das Gesundheitsinstitut GIMBE erneut einen Anstieg der Infektionen. Diese stiegen in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche um mehr als 32 Prozent. Die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Patienten ist jedoch zurückgegangen.