Am Freitagmorgen wurde Hausärztin Lisa-Maria K. tot in ihrer Praxis in Seewalchen am Attersee aufgefunden. Fremdschulden sind ausgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Wels bestätigte einen Suizid. Abschiedsbriefe seien gefunden worden, aber niemand wollte etwas über deren Inhalt sagen. Es wurde keine Autopsie angeordnet.
Die Ärztin war an die Öffentlichkeit gegangen, weil sie von Impfgegnern massiv bedroht worden war. Deshalb musste er seine Anordnung „aktualisieren“: Rund 100.000 Euro hatte er in Sicherheitsmaßnahmen und teilweise auch Sicherheitspersonal investiert. Schließlich schloss er Ende Juni seine Praxis, weil die Situation vor allem für seine Mitarbeiter nicht mehr tragbar war.
Am Donnerstag aktualisierte die Ärztin ihre Homepage: „Aus heutiger Sicht kann ich keine Auskunft darüber geben, ob, wann und wie der Normalbetrieb wieder aufgenommen werden kann.“ Fordern Sie ihre Ergebnisse im August an.”
Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) sprach Kellermayrs Familie am Freitag sein Beileid aus. Morddrohungen gegen sie und ihre Mitarbeiter seien “eine brutale Realität”. “Hass gegen Menschen ist unentschuldbar. Dieser Hass muss endlich aufhören”, sagt Rauch.
Unter dem Motto „Yes, we care“ ist für Montagabend ab 20 Uhr auf dem Wiener Stephansplatz eine Gedenkveranstaltung für den Arzt geplant. Daniel Landau, Bruder des Präsidenten der Caritas, Michael Landau, hat sich bei der Wiener Polizei gemeldet.
Bedrohungen eines Monats
Der Arzt erhielt bereits im November 2021 eine Drohung, wie später von der Landespolizeidirektion bestätigt wurde. Impfgegner drohten ihr darin mit „Tötung“, mit „Folter“, mit dem Tod und dem Tod ihrer Mitarbeiter. Seitdem wird sowohl im Internet als auch im Darknet ermittelt, dann rechtfertigte sich die Polizei, als sie wegen angeblich unzureichender Ermittlungen kritisiert wurde. Das Opfer sei von der ersten Beschwerde an intensiv behandelt worden, sagt er. Er hätte sowohl privat als auch in der Ordination Personenschutz erhalten.
Doch der Hausarzt lebte in Todesangst, beauftragte private Sicherheitsfirmen, ließ seine Praxis mit modernster Technik aufrüsten und von Sicherheitspersonal bewachen. Rund 100.000 Euro investierte der Mediziner in die Maßnahmen. Und vor allem: Er ging an die Öffentlichkeit, um auf das Geschehen aufmerksam zu machen, er führte Interviews, er dokumentierte alles in sozialen Netzwerken.
Deutscher Hacker „untersucht“
Die Staatsanwaltschaft Wels hatte im Juni die Ermittlungen gegen einen Tatverdächtigen eingestellt. Ein deutscher Hacker-Aktivist will einen Mann gefunden haben, der die Droh-E-Mails geschrieben haben soll. Anfang Juli sagte Christoph Weber, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wels, den Oberösterreichischen Nachrichten.
„Es ist nicht meine Schuld. Es ist wie Ertrinken und niemand will dir helfen“, sagt die Ärztin in einem Interview mit dem „Kurier“, in dem sie bestreitet, von der Polizei Personenschutz erhalten zu haben.
Alles begann, nachdem er über eine Demonstration von Corona-Gegnern im Krankenhaus Wels gepostet hatte, wo er darauf hinwies, dass Menschen den Rettungsausgang blockierten. Polizei und Krankenhaus teilten daraufhin mit, dass die Ausfahrt nie betroffen gewesen sei. „So bin ich als Lügner in die Telegrammgruppen der Kronenverweigerer geraten“, sagt Kellermayr.