Dem künftigen ÖVP-Landeschef könnte aber auch eine andere Frage gestellt werden: Warum nicht mutiger oder innovativer sein, vielleicht ein charismatischer Quereinsteiger mit Außenperspektive?
Schließlich kommt Amon aus der Gruppierung, die Drexler selbst vertritt: Studierendenvertretung, aufgewachsen im ÖAAB, jahrzehntelange stete Karriere in der (Partei-)Politik. „Das ist kein Zeichen der Erneuerung“, sagte Sandra Krautwaschl, Sprecherin der Steirischen Grünen. Klar ist aber auch: Amon wird kaum (mit Mitteln) um den neuen Gouverneur buhlen, seine Kür ist zu wenig überraschend und zu vorhersehbar, die Lösung einfach.
Jedenfalls argumentiert der künftige Staatschef mit der Erfahrung des Parteifreundes für seine Wahl. “Es ist eine herausfordernde Zeit, extrem anspruchsvoll für alle, die an der Spitze der Republik oder eines Bundeslandes Verantwortung tragen.” „Professionalität und Erfahrung sind gefragt“, sagte Drexler. „Das zeichnet Werner Amon aus.“
Ab dem 3. Juni steht erst fest, dass Drexler die Nachfolge von Hermann Schützenhöfer antreten wird: Der Landeshauptmann gab an diesem Freitag seinen Rücktritt bekannt – nach insgesamt rund 50 Jahren in der Landespolitik.
Obwohl Drexler bereits 30 Jahre Erfahrung in der Landespolitik hat – er war Landtagsabgeordneter, Vereinspräsident und Landesrat – ist der Wechsel von Schützenhöfer, 70, zu Drexler, 51, ein Generationensprung.